Kurz vor dem Start des Heiligen Jahres

Bis zu 33 Millionen Pilger erwartet.
Erstellt von Radio Vatikan am 8. Dezember 2015 um 07:11 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/RV). Nein, keine Hammerschläge an die Heilige Pforte: Schon seit dem Heiligen Jahr 2000 ist das traditionelle Instrument der Päpste für diesen Zweck, das Hämmerchen, nicht mehr in Gebrauch. Stattdessen setzt die Papstliturgie auf Wort-Gesten. Am Dienstag gegen 8:30 Uhr werden in der Vorhalle von Sankt Peter zunächst Auszüge aus den vier wichtigsten Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils verlesen, das vor genau fünfzig Jahren zu Ende gegangen ist: Dei Verbum, Lumen gentium, Sacrosanctum concilium sowie Gaudium et spes. Das Evangelienbuch, das bei der Eröffnungsmesse des Heiligen Jahres zum Einsatz kommt, ist eine Sonderanfertigung aus der Hand des Künstlers Pater Ivan Rupnik SJ, der auch das Logo zum Heiligen Jahr gestaltet hat. Das Pult für das Evangeliar ist dasselbe, das in sämtlichen Sitzungsperioden des Konzils am Altar des Petersdoms, der Konzilsaula, zum Einsatz kam.

Gegen Ende der Messe, die um 9:30 Uhr im Petersdom beginnt, zieht Papst Franziskus in Prozession zur Vorhalle an die Heilige Pforte. In Anwesenheit seines Vorgängers Benedikt bittet Franziskus um die Öffnung der bronzenen Torflügel der Porta Sancta in den Petersdom hinein. Mehrere Angestellte der Bauhütte öffnen die Pforte von innen, woraufhin Franziskus die Heilige Pforte der Barmherzigkeit als erster Pilger durchschreitet. Das „Iubiliaeum Misericordiae“ beginnt – und dauert bis zum 20. November 2016.

Die Ewige Stadt erwartet früheren Schätzungen zufolge bis zu 33 Millionen Pilger; und das, obwohl das Heilige Jahr dezentral gefeiert wird, also nicht nur in Rom, sondern in jedem Bistum der Weltkirche. Rund um den Vatikan und an neuralgischen Punkten der Ewigen Stadt herrschen verschärfte Sicherheitsbedingungen, ein Zeichen dafür, dass wir das „erste Heilige Jahr in der Ära des Islamischen Staats“ begehen. Diese nicht ganz glückliche Formulierung stammt vom römischen Stadtpräfekt Franco Gabrielli. Er spricht im übrigen von 2.250 zusätzlichen Militärs und 1.000 Polizisten, die die ohnehin schon in der Stadt präsenten Sicherheitskräfte im Heiligen Jahr verstärken. 300 Betten zusätzlich würden „für Krisensituationen“ – das kann zum Beispiel ein Anschlag sein – in römischen Krankenhäusern freigehalten.

Noch zwei Details zum Thema Sicherheit: Seit Sonntag und noch bis Mittwochabend sind in Rom alle Waffen- und Munitionstransporte, ja sogar Feuerwerke verboten. Am Dienstag selbst darf das Stadtzentrum zwischen 6 und 22 Uhr nicht überflogen werden.

Foto: Petersdom – Bildquelle: Wolfgang Stuck