Kritik an Intoleranz in muslimischen Staaten

Kardinal Lehmann im Gespräch mit „Bild am Sonntag“.
Erstellt von Radio Vatikan am 18. Februar 2013 um 11:49 Uhr
Kardinal Lehmann

Mainz (kathnews/RV). Kardinal Karl Lehmann kritisiert die religiöse Intoleranz in vielen muslimischen Staaten. „Wenn Muslime hier bei uns eine Moschee bauen können so hoch wie der Kölner Dom, dann möchte ich wenigstens in Saudi-Arabien eine Predigt halten können, ohne verhaftet zu werden“, sagte der Mainzer Bischof Lehmann der „Bild am Sonntag“. Auf dieses Gleichgewicht der Rechte komme es im Verhältnis zwischen Islam und Christentum an. „In Saudi-Arabien haben wir zum Beispiel ein solches Gleichgewicht nicht“, erklärte der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Als besonders schlimm bezeichnete Lehmann die „Wiedereinführung der Scharia mit Handabhacken und anderen Grausamkeiten in verschiedenen Ländern“. Frauen würden dadurch „in unerträglicher Weise entwürdigt“. Grundsätzlich bekennt sich Lehmann zu einem interreligiösen Dialog, sieht diesen aber durch islamistische Tendenzen gefährdet: „Wir suchen grundlegend den Dialog mit dem Islam. Gerade Papst Benedikt hat diesen Dialog stark befördert.“ Schwierig werde es aber, wenn die muslimische Religion für ganz andere Zwecke instrumentalisiert werde oder „Religion so verbreitet wird, dass sie keine Religionsfreiheit mehr bietet. Da sind dann klare Worte nötig.“

Foto: Kardinal Lehmann – Bildquelle: Publikationen Bistum Mainz / Ndemuth