Keine aseptischen Priester aus dem Labor

Heiliger Vater ruft zu Fürsorge und Barmherzigkeit auf.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 7. März 2014 um 12:21 Uhr
Beichtstuhl

Vatikan (kathnews/KNA). Papst Franziskus hat die katholischen Priester zu Fürsorge und Barmherzigkeit gegenüber Menschen in Not aufgerufen. Die Kirche brauche keine aseptischen „Kleriker aus dem Laboratorium“, wo alles schön und sauber wirkt, sondern Geistliche, die wie im Feldlazarett Wunden heilen, sagte er am Donnerstag vor Priestern seines Bistums Rom. Wenn jemand verletzt sei, müssten zunächst die offenen Wunden geheilt werden; erst dann könnten Analysen und spezielle Therapien folgen. „Es gibt so viele Menschen, die von materiellen Problemen oder von Skandalen – auch in der Kirche – verletzt sind; Menschen, die von den Illusionen der Welt verletzt sind“, sagte der Papst bei der traditionellen Fastenaudienz für die Priester seiner Diözese in der vatikanischen Nervi-Halle: „Wir Priester müssen diesen Menschen nahe sein.“ Barmherzigkeit bedeute nicht übertriebene Nachsicht und auch nicht unangemessene Härte, so der Papst. Das gelte besonders für das Bußsakrament, wo der Beichtvater sich weder zu großzügig noch zu streng verhalten solle. „Weder Laxheit noch Rigorismus fördern die Heiligkeit“, betonte Franziskus. Zum Abschluss der einstündigen Begegnung dankte der Papst den Geistlichen; die Priester in Italien seien tüchtig. „Wenn Italien so stark ist, dann liegt das meiner Meinung nach nicht an uns Bischöfen, sondern an den Pfarrern“, sagte er unter dem Applaus der rund 2.000 Geistlichen.

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Foto: Beichtstuhl – Bildquelle: Bene16