Katholische Kirche stellt homosexuellen Organisten ein
Kopenhagen (kathnews/KNA). Dänemarks katholischer Bischof Czeslaw Kozon hat die Anstellung eines Kirchenmusikers genehmigt, der in einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt. Zunächst habe der Bischof von Kopenhagen die Bewerbung von Ole Knudsen abgelehnt und dies mit der Lebensform des Organisten begründet, berichtet die Tageszeitung „Kristeligt Dagblad“ (Montag). Dies habe jedoch zu heftigen Reaktionen von Gemeindemitgliedern und Angehörigen der katholischen Kirche im Internet geführt und wohl den Meinungsumschwung bewirkt, sagte Knudsen der Zeitung. Weiter vermutete er als Erklärung für die Meinungsänderung seine eigene Aussage, wonach er und sein Lebensgefährte in sexueller Enthaltsamkeit lebten. Das habe er dem Bischof in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.
Bischof Kozon selbst wollte keinen Kommentar abgeben. Er erklärte, es handele sich um eine Personalangelegenheit. Sein Sprecher verwies auf den künftigen Arbeitgeber, die Laurentius-Gemeinde in Roskilde. Deren Vorsitzender Svenning Ravn Jensen erklärte, Knudsen sei „ein tüchtiger Organist und Chorleiter“. Man sei immer bereit gewesen, ihn zu beschäftigen, sofern das Bistum dies genehmige. Der Theologe Peter Lodberg von der Universität Aarhus kommentierte in der Zeitung, er habe noch nie von einem solchen Vorgehen gehört. Es könne sich um eine Reaktion auf die jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus zum Thema Homosexualität handeln. Offenbar sei in diesem Fall ein Leben in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft für einen Kirchenmusiker möglich, solang diese rein freundschaftlich sei. Die Kirchenrechtlerin Lisbet Christoffersen erklärte, die Entscheidung des Bischofs könne auch arbeitsrechtliche Gründe haben, nachdem die katholische Kirche in der Vergangenheit in anderen Ländern in vergleichbaren Fällen Probleme bekommen habe. Auch in Dänemark hätte die Sache vor dem Ausschuss für Gleichberechtigung landen können, so Christoffersen. Sie verwies auf die Auseinandersetzung um einen wegen Ehebruchs entlassenen Organisten in Deutschland; dessen Fall ging bis vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof.
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Foto: Orgel – Bildquelle: Andreas Gehrmann









