Karlsfest in Aachen

Aachen verdankt Karl dem Groβen seinen Ruhm.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 26. Januar 2012 um 07:48 Uhr
Aachener Dom

Aachen (kathnews). Wenn am kommenden Samstagabend des 28. Januars im Aachener Eurogress, einer der schönsten Kongressanlagen Deutschlands, der aus Bayern stammende Schauspieler Ottfried Fischer mit dem Karnevelasorden der Nation, dem Orden “Wider den tierischen Ernst”, ausgezeichnet wird (die Verleihung wird von der ARD am Montagabend, 30. Januar, ausgestrahlt), dann werden wohl viele der in der Fernsehsitzung des Aachener Karnevalsvereins (AKV) Anwesenden kaum daran denken, dass an diesem Tag in Aachen auch jenes Mannes gedacht wird, dem die Stadt im Herzen Europas einzig und allein ihren Ruhm zu verdanken hat. Der 28. Januar ist der Gedenktag Karls des Groβen, der am 28. Januar 814 in seiner geliebten Aachener Pfalz gestorben und nach dem Zeugnis seines Biographen Einhard (Vita Karoli Magni) noch am selben Tag in der Pfalzkapelle, dem Oktogon des weltweit berühmten Aachener Domes, seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Nach der Vollendung der gotischen Chorhalle des Domes im Jahre 1414 wurde der unter dem Stauferkönig Friedrich II 1225 fertiggestellte Karlsschrein mit den Gebeinen des Frankenkaisers in die Chorhalle überführt. Dort genieβt Karl groβe Verehrung.
Kultische Verehrung Karls des Groβen.

Karl der Groβe wurde am 29. Dezember 1165 unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Aachener Dom heiliggesprochen. Zwar hat die Kanoniserung ein Gegenpapst vorgenommen, sie wurde aber nachträglich vom Apostolischen Stuhl anerkannt. Allerdings blieb die kultische Verehrung des Heiligen auf einige Orte in Europa beschränkt. Neben Aachen sind das vor allem Frankfurt am Main, Osnabrück, Paderborn, Paris, Zürich und Verona, um nur einige zu nennen. Nach der Heiligsprechung entstand eine eigene Karlsliturgie mit Offizium (1. Vesper, Matutin, Laudes und 2. Vesper) und Proprium (eigene Texte für die Karlsmesse). Der bekannteste Text dieser Karlsliturgie ist die Sequenz “Urbs Aquenis, Urbs Regalis” (Stadt Aachen, königliche Stadt), die als Aachener Stadthymne auch bei auβerliturgischen Feiern, wie etwa der jährlichen Verleihung des “Internationalen Karlspreises zu Aachen” am Himmelfahrtstag, zu hören ist.

Feier in der klassischen Römischen Liturgie

Am Festtag selber, Samstag, dem 28. Januar, findet um 09.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Gertrud in Herzogenrath, das ca. 5 km nördlich von Aachen gelegen ist, ein lateinisches Hochamt in der klassischen Form (“auβerordentliche Form”) des Römischen Ritus zu Ehren des heiligen Karls des Groβen statt. Zelebrant ist Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Die Aachener “Schola Carolina” unter Leitung von Dr. Michael Tunger singt das Proprium der mittelalterlichen Karlsliturgie “In virtute tua”. Um 8.15 wird die Laudes aus dem Karlsoffizium “Regali natus” gesungen

Festliches Pontifikalamt im Aachener Dom

Im Aachener Dom wird jeweils am letzten Sonntag im Januar die Liturgie zur Ehren Karls des Groβe gefeiert. Am kommenden Sonntag, dem 29. Januar, beginnt um 10.00 Uhr ein feierliches Pontifikalamt in der Hohen Domkirche zu Aachen. Der Aachener Bischof, Msgr. Dr. Heinrich Mussinghoff, und das Aachener Domkapitel haben für die diesjährige Feier den Erzbischof von Toledo, S.E. Msgr. Braulio Rodriguez Plaza, in die Kaiserstadt eingeladen. Der hohe Gast aus Spanien wird Hauptzelebrant sein. Es singt der Aachener Domchor, dessen Knabenchor auf Karl den Groβen zurückgeht.

Partnerstadt Aachens

Seit 1985 unterhält Aachen mit Toledo eine Städtepartnerschaft. Andere Partnerstädte der Stadt Karls des Groβen sind Reims (seit 1967), Halifax/Calerdale (seit 1979), Ningbo (China, seit 1986), Naumburg (Saale, seit 1988), Arlington (USA-Virginia, seit 1993), Kapstadt (Südafrika, seit 1999) und Kostroma (Russische Föderation, seit 2001).

Groβes Jubiläumsjahr 2014

Karl der Groβe starb am 28. Januar 814. In zwei Jahren, 2014, begeht die Stadt Aachen den 1200. Todestag des heiligen Frankenkaisers. Stadt und Domkapitel bereiten sich auf dieses groβe Jubiläumsjahr von wahrlich europäischem Rang vor. Im selben Jahr besteht die gotische Chorhalle des Domes 600 Jahre. Zudem fällt das Jubiläumsjahr mit der Heiligtumsfahrt (“Aachenfahrt”) zusammen, die seit dem Mittelalter (abgesehen von einigen Unterbrechungen) alle sieben Jahren stattfindet.

Foto: Aachener Dom – Bildquelle: Lokilech