Kardinal Sarah: „Zusammenbruch der Liturgie“

Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruchs zwischen vor- und nachkonziliarer Kirche muss zurückgewiesen werden.
Erstellt von Radio Vatikan am 13. April 2017 um 10:43 Uhr
Kelch

Vatikan (kathnews/RV/Studi Cattolici). Die Krise, die die Kirche seit etwa fünfzig Jahren durchmacht, hat auch mit einem „Zusammenbruch der Liturgie“ zu tun. Das schreibt der Präfekt der Sakramentenkongregation, Kardinal Robert Sarah, in einem Beitrag für die Aprilnummer der Zeitschrift „Studi Cattolici“. „Die wirkliche Absicht des Konzils bestand nicht darin, eine Reform anzustossen, die zu einem Bruch mit der Tradition führen konnte, sondern die Tradition im tieferen Sinn wiederzufinden und zu bekräftigen“, so der Kardinal.

Sein Aufsatz hat den zehnten Geburtstag des Motu Proprio „Summorum Pontificum“ zum Anlass. In diesem Text erlaubte der damalige Papst Benedikt XVI. 2007 unter Auflagen die Feier der Messe in ihrer vorkonziliaren Form. Benedikt sprach von der „außerordentlichen Form des (einen katholischen) Ritus“.

Eigentlich solle man nicht so sehr von einer „Reform der Reform“ sprechen – ein Begriff, den Papst Franziskus dem Vernehmen nach kritisiert hat – als vielmehr von einer „gegenseitigen Bereicherung der Riten“, schreibt Sarah. Das sei „eine spirituelle Notwendigkeit“. Entscheidend für eine „authentische christliche Liturgie“ sind für ihn „die Wertschätzung der Liturgie“ sowie „das Arbeiten an ihrer Schönheit und Heiligkeit“.

Es gehe um „eine Balance zwischen Treue zur Tradition und legitimer Weiterentwicklung“. Dabei müsse jedwede „Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruchs“ zwischen vor- und nachkonziliarer Kirche „absolut und radikal zurückgewiesen werden“. Damit greift der Kurienkardinal ein Anliegen von Papst Benedikt XVI. auf, das dieser in einer Ansprache an die Kurie 2005 äußerte.

Foto: Kelch – Bildquelle: Patnac, Creative Commons