Kardinal Sarah muss Teilnahme an der Liturgischen Tagung 2017 absagen

Die Veranstalter der Liturgischen Tagung rufen auf, gerade jetzt das Anliegen Papst Benedikt XVI. einer „Reform der Reform“ weiterzutragen im Hinblick auf eine Neubewertung des Novus Ordo und einer fast fünfzigjährigen Geschichte von Fehlentwicklungen und liturgischen Missbräuchen in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, die der Kirche und dem Glauben großen Schaden zugefügt haben.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 5. November 2016 um 13:45 Uhr

Aachen/Herzogenrath (kathnews/Liturgische Tagung). Die Veranstalter der kommenden 18. Internationalen Tagung 2017 in Herzogenrath bei Aachen geben Folgendes bekannt:

Hochwürdige Mitbrüder, liebe Freunde der Kölner Internationalen Liturgischen Tagung!

Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass Kardinal Sarah seine Teilnahme an der 18. Liturgischen Tagung absagen musste. Der Kardinal sah sich gezwungen, seine bereits zwischen November 2015 und April 2016 dreifach (auch schriftlich) zugesicherte Anwesenheit bei unserer Veranstaltung und damit auch seine Wortmeldungen zurückzuziehen (aus terminlichen Gründen).

Wir bedauern dies umso mehr, als Kardinal Sarah durch seine Äußerungen auf der Konferenz „Sacra Liturgia 2016“ in London das Augenmerk der Öffentlichkeit erneut auf die Impulse gelenkt hat, die aus dem Motu Proprio Summorum Pontificum Benedikts XVI. für die Weiterentwicklung der Liturgie der lateinischen Kirche erwachsen und die unter dem Begriff der „Reform der Reform“, den Kardinal Ratzinger im Jahre 2002 geprägt hat, eine Neubewertung des Novus Ordo Missae nach einer fast fünfzigjährigen Geschichte von Fehlentwicklungen und liturgischen Mißbräuchen zur Aufgabe machen.

Kardinal Sarah bedauert in seinem Brief vom 13. Oktober an uns, dass er nicht in der Lage ist, teilzunehmen, und schreibt: „Ich denke besonders an den Vortrag, den ich am Freitag, dem 31. März, halten sollte mit dem Titel: „Die Bedeutung des Motu proprio Summorum Pontificum für die Erneuerung der Liturgie in der Lateinischen Kirche“, und auch an die Predigt während der Messe am folgenden Tag in der Abteikirche von Rolduc. Ich wünsche nichtsdestoweniger, dass dieser großartige Liturgische Kongress sehr erfolgreich sei, und ich versichere Sie, dass mein Gebet die Teilnehmer und ihre Überlegungen zu diesem so wichtigen Thema begleiten wird.“

Wir bitten alle bereits angemeldeten Teilnehmer, die nun zu Recht enttäuscht über den Umstand sind, daß wir auf Kardinal Sarah in Herzogenrath als großen Unterstützer unseres Anliegens verzichten müssen, ihre Zusage zur Teilnahme nicht zurückzuziehen, sondern zu bedenken, dass gerade jetzt ein Zusammenhalt jener notwendig ist, die das Anliegen Papst Benedikt XVI. einer „Reform der Reform“ weitertragen möchten. Bitte machen Sie auch weiterhin in ihrem Bekannten- und Freundeskreis auf unsere Veranstaltung aufmerksam.

Erzbischof Alexander Sample, der eine ganze Woche in Herzogenrath zubringen wird, ist ein herausragender Vertreter der liturgischen Bewegung, die mit den Impulsen Papst Benedikts XVI. versucht, die liturgische Praxis der Gegenwart durch die Wertschätzung der klassischen Liturgie zu sanieren. Er wird uns sowohl als Zelebrant und Prediger als auch als Gesprächspartner umfänglich in Herzogenrath zur Verfügung stehen.

Die Kapazitäten in Herzogenrath für eine große Teilnehmerschaft sind vorbereitet. Bitte kommen Sie in großer Zahl zur nächsten Tagung, damit das bedeutende Anliegen einer neuen liturgischen Bewegung zur Erneuerung der Gesamtkirche nicht verloren geht!

Dr. Guido Rodheudt, Pfarrer
Egmont Schulze-Pellengahr

Quelle: Homepage der Liturgischen Tagung

Foto: Kardinal Sarah – Bildquelle: Wikipedia – François-Régis Salefran / CC-BY-SA 4.0