In Maria unsere Berufung erkennen

Papst Franziskus beim Angelusgebet auf dem Petersplatz.
Erstellt von Radio Vatikan am 9. Dezember 2013 um 12:45 Uhr
Petersdom mit Weihnachtsbaum

Vatikan (kathnews/RV). In Maria erkennt der Mensch seine Bestimmung: Geliebt zu sein und von der Liebe verwandelt zu werden. Das sagte Papst Franziskus am Sonntag beim Angelusgebet auf dem Petersplatz. Von ihr könne man lernen, demütiger zu sein aber auch mehr Mut zu zeigen in der Nachfolge des Wortes Gottes, um die „zärtliche Umarmung ihres Sohnes Jesu zu empfangen“, einer Umarmung, die Leben, Hoffnung und Frieden schenke. Der Papst bezog sich auf das Fest der unbefleckt empfangenen Muttergottes Maria am 8. Dezember. An diesem Tag betrachte die Kirche Maria, die „voll der Gnade“ sei. Franziskus lud die Pilger auf dem Petersplatz ein, sie persönlich zu grüßen: „Du bist voll der Gnade.“

Gott habe Maria auserwählt, so der Papst weiter, die Mutter des Erlösers zu werden. Mit Blick auf diese Mutterschaft habe er sie von der Ursünde bewahrt, jenem „Bruch der Gemeinschaft mit Gott, mit den anderen und der Schöpfung“, der das menschliche Wesen zutiefst verwundet habe. Dieser Bruch sei im Vorhinein geheilt worden in der Mutter desjenigen, der gekommen ist, die Menschen von der Sklaverei der Sünde zu befreien: „Die Immaculata ist eingeschrieben in die Vorsehung Gottes; sie ist die Frucht der Liebe Gottes, die die Welt rettet.“ Zugleich hob Franziskus hervor, dass jeder Christ zur Heiligkeit und Unbeflecktheit von Sünde berufen sei wie Maria. „Auch wir sind von Gott schon vor Erschaffung der Welt dazu ausersehen worden, ein heiliges Leben frei von Sünde zu leben“, so der Papst. Es handle sich um eine „Projekt der Liebe Gottes“, dass jedes Mal erneuert werde, wenn sich die Menschen Gott anvertrauten. Dies geschehe vor allem durch den Empfang der Sakramente. Im Anschluss an das Angelusgebet kündigte Franziskus an, am Nachmittag zur Mariensäule an der spanischen Treppe gehen zu wollen, um gemäß einer alten römischen Tradition, die Muttergottes zu ehren. Außerdem lud er dazu ein, der Christen in Nordamerika zu gedenken. Sie begehen heute den 350. Jahrestag der Gründung der ersten katholischen Pfarrei Notre-Dame de Québec im heutigen Canada.

Foto: Petersdom – Bildquelle: Andreas Gehrmann