Heiliger Vater zieht positive Bilanz der Libanonreise

Generalaudienz im Lichte des Papstbesuches.
Erstellt von Radio Vatikan am 19. September 2012 um 22:27 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Vatikan (kathnews/RV). Eine ausgesprochen positive Bilanz seiner Libanon-Reise zieht der Papst. Benedikt XVI. hatte am Wochenende in Beirut ein kirchliches Grundlagenpapier zur Kirche im Nahen Osten vorgestellt und eindringlich zum Frieden aufgerufen. Die Generalaudienz an diesem Mittwoch in Rom war sein erster öffentlicher Auftritt seit der Rückkehr aus Beirut. „Trotz der schwierigen Umstände war es mir wichtig, diese Reise zu unternehmen. Ich hatte die große Sehnsucht, den Menschen im Libanon den Frieden des auferstandenen Herrn zu verkünden, und ich wollte das Nachsynodale Apostolische Schreiben Ecclesia in Medio Oriente den Verantwortlichen der katholischen Gemeinschaften im Nahen Osten, aber auch den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften sowie den muslimischen Führern übergeben.“

Es sei „ein bewegender kirchlicher Moment gewesen“, so der Papst wörtlich, „und eine Gelegenheit der Vorsehung, in einem komplizierten, aber für die ganze Region emblematischen Land einen Dialog des Lebens zu führen“. Er habe angesichts „der Leiden und Dramen“ im Nahen Osten seine „Nähe zu den legitimen Forderungen dieser Völker und Gruppen“ zeigen wollen – eine Formulierung, die seine vorsichtig positive Würdigung des sogenannten arabischen Frühlings aufgreift. Er denke weiterhin „an den furchbaren Konflikt, der Syrien quält, Tausende von Todesopfern fordert und einen Strom von Flüchtlingen in die Nachbarländer auslöst“ – und er vergesse auch nicht die, so wörtlich, „schwierige Lage im Irak“. „In diesen Tagen bin ich auch besonders mit den katholischen Gläubigen des Libanon und des Nahen Ostens zusammenkommen. Zu Tausenden waren sie zugegen, und ich bin voller Dankbarkeit und tief beeindruckt von ihrer herzlichen Aufnahme, ihrem glühendem Gebet und ihrem Glaubenszeugnis. Gerade die Jugendlichen haben mit ihrer Begeisterung gezeigt, daß die Kirche im Nahen Osten jung und lebendig ist.“

Das gebe ihm „Hoffnung für die Zukunft der Kirche in dieser Gegend“, so Benedikt XVI.: Viele Christen hätten „den hartnäckigen Willen gezeigt, im Evangelium verwurzelt zu bleiben“. Die „gläubigen Laien“ im Libanon erschienen ihm als eine „wertvolle und wichtige Realität in der libanesischen Gesellschaft“. Er habe vor Ort feststellen können, „dass die katholischen Gruppen im Libanon einen vielfach geschätzten Beitrag zugusten aller Einwohner leisten“. „Zugleich war es mir ein innerstes Anliegen, mit den Verantwortlichen der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften sowie insbesondere auch mit Vertretern der muslimischen Gemeinschaften und den Autoritäten der Politik zusammenzutreffen. Im gemeinsamen Gespräch und Kennenlernen konnte gegenseitige Wertschätzung wachsen. So wurden diese Begegnungen zu einem Zeichen der Brüderlichkeit und der Hoffnung für die ganze Region. Nicht Gewalt schafft Frieden, sondern der Dialog, die Achtung der Menschenwürde und vor allem Versöhnung. Der Herr mache uns alle zu Boten des Friedens.“

„Meinen Frieden gebe ich euch“ – diese Worte Jesu aus dem Johannesevangelium waren das Motto der vierten Heilig-Land-Reise von Papst Benedikt gewesen. Er hoffe, dass die Botschaft des Friedens, die von seiner Visite ausgehe, die Verantwortlichen in der Region dazu ermutige, „entschlossene Schritte zum Frieden und zu mehr Verständnis zwischen Christen und Muslimen zu gehen“. „Der mütterlichen Fürsorge Mariens, der Schutzpatronin des Libanon, vertraue ich die Früchte dieser Reise an. Auf ihre Fürsprache schenke der Herr diesem geliebten Land und dem ganzen Nahen Osten den Frieden, den nur Er geben kann. Gott segne euch alle!“

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: dgodin, CC bei Flickr