Hauptversammlung 2014 der Laienvereinigung „Pro Missa Tridentina“ während der Aachener Heiligtumsfahrt

Hw. Prof. Dr. Andreas Wollbold zelebrierte levitiertes Amt.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 6. Juli 2014 um 09:12 Uhr
Alte Messe - Manipel

Aachen (kathnews/PMT). Mit ca. 400 Gläubigen gut gefüllt war die Kirche St. Michael in Aachen-Burtscheid, als am Samstag, den 28.6.2014, um 10 Uhr der Zelebrant, Prof. Andreas Wollbold, mit seiner Assistenz einzog. Nachdem das Orgel-Präludium verklungen war, sang die „Schola Carolina“ den Introitus „In virtute tua“. Damit beginnt das Proprium des Meßformulars, das zu Ehren Kaiser Karls des Großen nach seiner Heiligsprechung im Jahr 1165 verfaßt wurde. Zum ersten und vielleicht einzigen Mal in diesem Jahr, das dem Gedenken des 1200. Todestags Karls des Großen gewidmet ist, erklangen diese ehrwürdigen Gesänge auf Aachener Gebiet während einer Meßfeier in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, für den sie ursprünglich verfaßt worden waren. Danach stimmte die „Cappella Aquensis“ das Kyrie aus der Messe „Regina coeli“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina an. Im Wechsel zwischen Gregorianik (Choralschola) und Polyphonie (Chor) kam die Vielfalt des gesungenen Gotteslobs zum Ausdruck. In seiner Predigt ging Professor Wollbold auf die Bedeutung von wahrer Bildung im Gegensatz zu oberflächlichem Zeitvertreib ein: Ausgehend von einem Schulheft der hl. Therese von Lisieux, in dem Kaiser Karl der Große beim Besuch einer Schule gezeigt wird, erläuterte Professor Wollbold, daß der Aufbau von Kultur im Angesicht des dreifaltigen Gottes erfolgen muß. Geschieht das nicht, so suchen die Menschen auf anderen Gebieten nach Sinn und religiöser Praxis. Die überlieferte Form der Liturgie verhilft Katholiken zur rechten Ordnung vor Gott.

Nach dem Hochamt nutzten viele Meßbesucher die Gelegenheit, in den nahegelegenen „Kurpark Terrassen“ am Mittagsbuffet teilzunehmen. Im großen Saal desselben Gebäudes begrüßte die Vorsitzende der Laienvereinigung, Monika Rheinschmitt, anschließend knapp 150 Zuhörer, die sie aufrief, weiterhin durchzuhalten und sich für den klassischen römischen Ritus einzusetzen – auch wenn das innerkirchliche Klima wieder rauher und die Widerstände stärker werden. Dem fulminanten Vortrag Martin Mosebachs folgten die Anwesenden konzentriert und mit großer Zustimmung. Der Büchnerpreis-Träger sprach zum Thema: „Der geerdete Himmel – Über die Stofflichkeit des Glaubens“. Zu Beginn schilderte er exemplarisch seine Erfahrungen beim Blutwunder des heiligen Januarius und führte danach noch einige andere Beispiele für Reliquien an, darunter die Scala Sancta [heilige Stiege/Treppe] in Rom sowie das Leichentuch Christi, das in Turin aufbewahrt und verehrt wird. Für viele Zuhörer neu waren die Bezüge zu Stellen in der Heiligen Schrift, an denen Tücher explizit erwähnt sind, die heute als Reliquien verehrt werden. Herr Mosebach arbeitete einige Beispiele heraus: Maria wickelte das neugeborene Jesuskind in Windeln; Jesus umgürtete sich am Gründonnerstagabend mit einem Leinentuch, um seinen Jüngern die Füße zu waschen; nach der Auferstehung fanden die Jünger das Grabtuch zusammengefaltet in einer Ecke – so als sei es geradezu vorbereitet, um mitgenommen und aufbewahrt zu werden als Zeugnis für die Realität von Tod und Auferstehung des Erlösers Jesus Christus. Mit langanhaltendem Beifall bedankten sich die Tagungsteilnehmer bei Herrn Mosebach für seinen ausgezeichneten Vortrag. Danach hatten alle noch Gelegenheit, zum Dom zu gehen und die Heiligtümer zu verehren.

Textquelle: Pro Missa Tridentina

Foto: Alte Messe – Manipel – Bildquelle: Berthold Strutz