„Geh beichten, Sünder!“

Papst: Wer nicht an Gott glaubt, ist gegen Gott.
Erstellt von Radio Vatikan am 3. März 2016 um 14:18 Uhr
Foto: Petersdom

Vatikan (kathnews/RV). Klare Worte von Papst Franziskus in der Morgenmesse in Santa Marta: Wer nicht an Gott glaubt, ist gegen Gott. In der ersten Lesung aus dem Buch Jeremia werde deutlich, dass Gott immer an sein Volk glaube, aber sein Volk nicht auf seine Worte höre. Jeremia erzähle, was Gott alles tue, um die Herzen der Menschen anzuziehen, doch sie blieben im Unglauben. „Sie lassen die Stimme des Herrn nicht an sich heran, der uns als liebevoller Vater immer einlädt, uns seiner Barmherzigkeit und seiner Liebe zu öffnen…Aber wenn das Herz hart ist, verstehen wir das nicht“, so der Papst. „Die Barmherzigkeit Gottes verstehst du nur, wenn du in der Lage bist, dein Herz zu öffnen, damit sie eintreten kann.“

Im Evangelium nach Lukas werde Jesus dann mit den Schriftgelehrten konfrontiert. „Sie hatten vielleicht Theologie studiert, aber waren ganz und gar verschlossen,“ so Franziskus. Die Menschen hingegen waren erstaunt über Jesu Botschaft, sie glaubten an Jesus. Sie hatten nämlich ein offenes Herz, auch wenn sie unvollkommen und Sünder waren.

Die Schriftgelehrten auf der anderen Seite suchten immer nach einer Gelegenheit, Jesu Botschaft auszuhebeln, fragten ihn etwa nach einem himmlischen Zeichen. Jesus musste sich für das, was er sagte und tat, immer rechtfertigen. „Das ist die Geschichte des gescheiterten Glaubens. Die Geschichte der verschlossenen Herzen, die die Barmherzigkeit Gottes nicht hereinlassen, die vergessen haben, was das Wort ‚Vergebung‘ bedeutet. Weil sie sich auch einfach nicht als Sünder fühlen, sondern als Richter über die anderen. Das ging so über Jahrhunderte. Jesus findet einfache Worte, um das Gespräch mit diesen Heuchlern ein für alle mal zu beenden: ‚Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich.‘“

Entweder oder – nach Franziskus gebe es nur einen Ausweg aus diesem Dilemma: „Geh beichten, Sünder!“ Nur derjenige, der sich als Sünder fühle, öffne sein Herz für die Barmherzigkeit und fange an zu glauben. „Wenn du dich nicht als Sünder fühlst, fängst du schlecht an. Bitten wir um die Gnade, dass unser Herz nicht versteinert, es offen bleibt für die Barmherzigkeit Gottes und den Glauben. Und wenn wir vom Glauben abgefallen sind, hoffen wir auf die Gnade, um Vergebung zu bitten.“

Foto: Petersdom – Bildquelle: Kathnews