Gaudium et spes. Artikel 18

Das Geheimnis des Todes.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 17. März 2013 um 16:57 Uhr
Vaticanum II, Konzilsväter

Einleitung von Gero P. Weishaupt:

Den Dialog mit der Welt und den Menschen von heute: Das ist das zentrale Anliegen der Konzilsv√§ter in der Pastoralkonstitution Gaudium et spes. Die Kirche wei√ü um die „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedr√§ngten aller Art“. Sie „sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der J√ľnger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall f√§nde“ (Artikel 1). In Artikel 18 wenden die Konzilsv√§ter sich dem „Geheimnis des Todes“ zu. Ausgehend von den Erfahrungen der Menschen treten sie auch hier in den Dialog mit den Menschen von heute ein, um vom christlichen Glauben her eine Antwort auf ihre Fragen und N√∂te zu geben. Die Konstitution nennt die Erfahrungen des Schmerzes wegen des „fortschreitenden Abbau(s) des Leibes“ und „die Furcht vor immerw√§hrendem Verl√∂schen“. Trotz dieser Erfahrung trage der Mensch, so die Konzilsv√§ter, den „Keim der Ewigkeit“ in sich, und darum „wehrt er sich gegen den Tod“. Durch seinen Leib ist der Mensch zwar sterblich, aber durch seinen Geist auf Unsterblichkeit ausgerichtet. Zugleich betont Gaudium et spes mit dem Glauben der Kirche, dass der Tod keine biologische Naturnotwendigkeit ist, sondern Folge der S√ľnde (von Adam und Eva). Der Tod wird besiegt, „wenn dem Menschen sein Heil … vom allm√§chtigen und barmherzigen Erl√∂ser wiedergeschenkt wird“ dank des Todes und der Auferstehung Christi. Der Tod kommt aus der S√ľnde, das Heil von Christus.

Gaudium et spes. Artikel 18

„Angesichts des Todes wird das R√§tsel des menschlichen Daseins am gr√∂√üten.Der Mensch erfahrt nicht nur den Schmerz und den fortschreitenden Abbau des Leibes, sondern auch, ja noch mehr die Furcht vor immerw√§hrendem Verl√∂schen. Er urteilt aber im Instinkt seines Herzens richtig, wenn er die v√∂llige Zerst√∂rung und den endg√ľltigen Untergang seiner Person mit Entsetzen ablehnt. Der Keim der Ewigkeit im Menschen l√§√üt sich nicht auf die blo√üe Materie zur√ľckf√ľhren und wehrt sich gegen den Tod. Alle Ma√ünahmen der Technik, so n√ľtzlich sie sind, k√∂nnen aber die Angst des Menschen nicht beschwichtigen. Die Verl√§ngerung der biologischen Lebensdauer kann jenem Verlangen nach einem weiteren Leben nicht gen√ľgen, das un√ľberwindlich in seinem Herzen lebt. W√§hrend vor dem Tod alle Tr√§ume nichtig werden, bekennt die Kirche, belehrt von der Offenbarung Gottes, da√ü der Mensch von Gott zu einem seligen Ziel jenseits des irdischen Elends geschaffen ist. Au√üerdem lehrt der christliche Glaube, da√ü der leibliche Tod, dem der Mensch, h√§tte er nicht ges√ľndigt, entzogen gewesen w√§re, besiegt wird, wenn dem Menschen sein Heil, das durch seine Schuld verlorenging, vom allm√§chtigen und barmherzigen Erl√∂ser wiedergeschenkt wird. Gott rief und ruft n√§mlich den Menschen, da√ü er ihm in der ewigen Gemeinschaft unzerst√∂rbaren g√∂ttlichen Lebens mit seinem ganzen Wesen anhange. Diesen Sieg hat Christus, da er den Menschen durch seinen Tod vom Tod befreite, in seiner Auferstehung zum Leben errungen. Jedem also, der ernsthaft nachdenkt, bietet daher der Glaube, mit stichhaltiger Begr√ľndung vorgelegt, eine Antwort auf seine Angst vor der Zukunft an; und zugleich zeigt er die M√∂glichkeit, mit den geliebten Br√ľdern, die schon gestorben sind, in Christus Gemeinschaft zu haben in der Hoffnung, da√ü sie das wahre Leben bei Gott erlangt haben.. “

Foto: Konzilsväter РBildquelle: Lothar Wolleh / Wikipedia

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung