Fürst verteidigt Nicht-Segnung homosexueller Paare

Rottenburgs Bischof Gebhard Fürst hat Forderungen nach einem kirchlichen Segen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften eine Absage erteilt um diese nicht mit einer Ehe zu verwechseln.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 9. April 2015 um 17:02 Uhr
Beichtstuhl

Rottenburg (kathnews/KNA). In der Verweigerung eines gottesdienstlichen Segens für gleichgeschlechtliche Partnerschaften sieht das Bistum Rottenburg-Stuttgart keine Herabwürdigung dieser Lebensform. Jeder Lebensgemeinschaft, deren Zusammenleben auf christlichen Werten beruhe, stehe Respekt und Anerkennung zu, erklärte Bischof Gebhard Fürst. Fürst reagierte damit auf Berichte, nach denen die katholische Kirche dem Stuttgarter CDU-Kreischef Stefan Kaufmann und dessen Partner Rolf Pfander eine Segnung verweigert. Pfander trat aus der katholischen Kirche aus und in die alt-katholische ein. Deren Stuttgarter Pfarrer will das Paar nun segnen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete kündigte in den “Stuttgarter Nachrichten” an, er wolle “weiterhin kritisch-konstruktives Mitglied” der katholischen Kirche bleiben.

Das Bistum betonte, einer Segnungsfeier in einer katholischen Kirche könne “zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zugestimmt werden”. Es bestehe die hohe Wahrscheinlichkeit, dass in der Öffentlichkeit der Unterschied zwischen einer Segnung homosexueller Paare und dem Ritus einer sakramentalen Trauung von Mann und Frau nicht wahrgenommen werde. Das Sakrament der Ehe müsse in seiner unverwechselbare Form gewahrt bleiben. Das Bistum beruft sich in seiner Erklärung auf eine Stellungnahmen der Deutschen Bischofskonferenz. Darin heißt es, die Gleichbehandlung von Ehe und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft könne das Eheverständnis “um wesentliche Dimensionen verkürzen”. Die Bischöfe wollten alles vermeiden, was einer Verwechselbarkeit Vorschub leisten könnte. Dazu gehöre die Segnungsfeier für homosexuelle Paare. Ob eine Segnung künftig möglich ist, “ist derzeit offen”. Die Frage ist laut Bistum Gegenstand der Beratungen der Bischofssynode im Herbst in Rom.

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