„Einheit der Christen mehr denn je nötig“

Heiliger Vater trifft Vertreter des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel.
Erstellt von Radio Vatikan am 28. Juni 2013 um 20:01 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/RV). Die Einheit der Christen ist heute mehr denn je nötig, um den Menschen Orientierung und Halt zu geben. Das hat Papst Franziskus an diesem Freitag vor Vertretern des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel betont. Die vom orthodoxen Metropoliten von Pergamon, dem Theologen Ioannis Zizioulas, angeführte Delegation war anlässlich des römischen Patronatsfestes „Peter und Paul“ an diesem Samstag nach Rom gereist. Der Vatikan erwidert den Besuch aus Konstantinopel traditionell mit einer Visite in Istanbul am 30. November, anlässlich des Patronatsfestes des Heiligen Apostels Andreas. Diese seit 1969 gepflegte „brüderliche Begegnung“ erfülle ihn mit großer Freude, so der Papst. „Die Suche nach der Einheit der Christen ist eine Dringlichkeit, der wir uns – heute mehr denn je – nicht entziehen können. In unserer Welt, die nach Wahrheit, nach Liebe, Hoffnung, Frieden und Einheit hungert und dürstet, ist es für unser eigenes Zeugnis wichtig, endlich mit einer einzigen Stimme die frohe Botschaft des Evangeliums verkünden und zusammen das Göttliche Geheimnis des neuen Lebens in Christus feiern zu können! Wir wissen gut, dass die Einheit hauptsächlich ein Geschenk Gottes ist, für das wir unaufhörlich beten müssen. Doch wir alle haben die Aufgabe, die Bedingungen zu schaffen, den Boden des Herzens zu bereiten, bis diese außergewöhnliche Gnade angenommen wird.“

Franziskus würdigte den Beitrag der internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen orthodoxer und katholischer Kirche zur Ökumene. Auf orthodoxer Seite wird die Kommission von Metropolit Ioannis Zizioulas geleitet, auf katholischer von Kardinal Kurt Koch. Der Papst zeigte sich zuversichtlich, dass die Anstrengungen der gemeinsamen Reflektionen in Zukunft Frucht tragen: „Mich tröstet zu wissen, dass die Katholiken und Orthodoxen dieselbe Konzeption des Dialoges teilen, der keinen theologischen Minimalismus sucht, bei dem ein Kompromiss erreicht werden soll, sondern der sich vielmehr auf die Vertiefung der einzigen Wahrheit gründet, die Christus seiner Kirche gegeben hat und die wir nie besser verstehen als bewegt durch den Heiligen Geist. Deshalb brauchen wir keine Angst haben vor der Begegnung und vor dem wahren Dialog. Er bringt uns nicht von der Wahrheit weg, sondern führt uns unter Austausch von Gaben und der Führung des Geistes des Wahrheit, in die ganze Wahrheit (vgl. Joh 16,13).“

Foto: Petersdom – Bildquelle: Radomil, CC