„Einheit der Christen ist ein Geschenk“

Papst Benedikt XVI. spricht bei Generalaudienz über die Ökumene.
Erstellt von Radio Vatikan am 19. Januar 2012 um 10:03 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Vatikan (kathnews/RV). „Heute beginnt die Gebetswoche für die Einheit der Christen“, so der Papst bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch. Jedes Jahr bitten die Christen aller Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften um die Gabe, für die der Herr während des Letzten Abendmahls gebetet habe und zwar: „Alle sollen eins sein“, so der Papst. „Die Gebetswoche will uns zu Bewusstsein bringen, dass die Einheit, nach der wir streben, nicht von uns selber erwirkt werden kann, das sie ein Geschenk ist, das wir empfangen und um das wir immer wieder bitten müssen.

In diesem Jahr lautet das Leitwort der Gebetswoche „Wir werden alle verwandelt werden durch den Sieg Jesu Christi, unseres Herrn“ (vgl. 1 Kor 15,51-58) und der Nachdruck liegt auf Verwandlung.“ Glaube verwandelt und Verwandlung allein könne Einheit wirken, fügte Benedikt an. „Christus zeigt seinen Weg des Sieges, der anders ist, als der Sieg der Welt. Er ist nicht durch Macht und Gewalt errungen, es ist ein Sieg, der unter dem Zeichen steht „Wer der Erste sein will, soll der Letzte sein und der Diener von allen“ (Mk 9,35). Für uns ist Chrisus selbst, mit seinem demütigen Dienen, seiner Hingabe und seinem Leiden und Auferstehen der wirkliche Ausdruck des Sieges. Am Ostermorgen leuchtet der Sieg der Liebe über den Tod auf. Und wir erhalten daran Anteil, wenn wir uns von ihm in dieser Richtung umwandeln lassen. Einheit erfordert demnach Umwandlung, das heißt von uns her gesehen Umkehr, Bekehrung, eine immerwährende Bekehrung, sowohl persönlich, wie gemeinschaftlich.“

Bei der Ökumene ginge es nicht einfach um Nettigkeit, Zusammenarbeit, sondern sie benötige den tiefen Glauben an Gott, der die Gläubigen aus sich selbst herausreiße und Gott ähnlich mache. „In das neue Leben in Christus eintreten, das ist der Sieg Christi, das ist unsere Verwandlung und das schafft Einheit.“ Anschließend grüsste der Papst die deutschsprachigen Gäste in der Audienzhalle. „Beten wir in dieser Woche um die Einheit aller Christen, damit das gemeinsame Zeugnis, die Solidarität und die Zusammenarbeit wachse und wir dann wirklich dem Tag entgegengehen dürfen, an dem wir miteinander den von den Aposteln überlieferten Glauben bekennen und die Sakramente der Umgestaltung in Christus feiern dürfen.“ Papst Benedikt XVI. hat bei der Generalaudienz die Berufsgruppe der Anwälte zur Wahrheitstreue aufgerufen. Benedikt XVI. wandte sich an rund 3.000 Mitglieder des Verbands römischer Anwälte. Er ermutigte sie dazu, ihren „heiklen Beruf immer wahrheitsgetreu auszuführen“. Dies sei die grundlegende Voraussetzung für die Umsetzung des Rechts, so der Papst.

Hier lesen Sie die gesamte Katechese des Papstes auf Deutsch

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute beginnt die Gebetswoche für die Einheit der Christen, in der jedes Jahr Christen aller Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften um die Gabe bitten, für die der Herr während des Letzten Abendmahls gebetet hat, wo er sagte: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast (Joh 17,21). Die Gebetswoche will uns zu Bewusstsein bringen, dass die Einheit, nach der wir streben, nicht von uns selber erwirkt werden kann, das ein Geschenk ist, das wir empfangen und um das wir immer wieder bitten müssen. In diesem Jahr lautet das Leitwort der Gebetswoche „Wir werden alle verwandelt werden durch den Sieg Jesu Christi, unseres Herrn“ (vgl. 1 Kor 15,51-58) und der Nachdruck liegt auf Verwandlung. Glaube verwandelt und Verwandlung allein kann Einheit wirken. Christus zeigt seinen Weg des Sieges, der anders ist, als der Sieg der Welt. Er ist nicht durch Macht und Gewalt errungen, es ist ein Sieg, der unter dem Zeichen steht „Wer der Erste sein will, soll der Letzte sein und der Diener von allen“ (Mk 9,35).

Für uns ist Chrisus selbst, mit seinem demütigen Dienen, seiner Hingabe und seinem Leiden und Auferstehen der wirkliche Ausdruck des Sieges. Am Ostermorgen leuchtet der Sieg der Liebe über den Tod auf. Und wir erhalten daran Anteil, wenn wir uns von ihm in dieser Richtung umwandeln lassen. Einheit erfordert demnach Umwandlung, das heißt von uns her gesehen Umkehr, Bekehrung, eine immerwährende Bekehrung, sowohl persönlich, wie gemeinschaftlich.
Und es ist nicht einfach Nettigkeit, Zusammenarbeit, sondern benötigt den tiefen Glauben an Gott, der uns aus uns selbst herausreißt und ihm ähnlich macht. Glauben an Jesus Christus, der einer von uns geworden ist, bedeutet, dass wir Ihm ähnlich werden können und dann eins werden. In das neue Leben in Christus eintreten, das ist der Sieg Christi, das ist unsere Verwandlung und das schafft Einheit.

Von Herzen grüße ich alle deutschsprachigen Pilger, heute besonders eine Delegation von österreichischen Pfarrgemeinderatsmitgliedern in Begleitung von Bischof Alois Schwarz, außerdem eine Gruppe katholischer Ordensschwestern, sowie eine Delegation der Mainzer Ranzengarde. Herzlich willkommen! Beten wir in dieser Woche um die Einheit aller Christen, damit das gemeinsame Zeugnis, die Solidarität und die Zusammenarbeit wachse und wir dann wirklich dem Tag entgegengehen dürfen, an dem wir miteinander den von den Aposteln überlieferten Glauben bekennen und die Sakramente der Umgestaltung in Christus feiern dürfen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

 Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: Fabio Pozzebom/ABr