Einführung des neuen Gotteslob am 1. Advent

Würzburger Bischof Hofmann startet Andruck des neuen Gesangbuches.
Erstellt von Radio Vatikan am 1. Februar 2013 um 21:58 Uhr
Gotteslob

Bonn (kathnews/RV). Die deutschsprachigen Katholiken erhalten bald ein neues Gesangbuch. Wie die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mitteilt, startete der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann am Donnerstag den Andruck in der Druckerei C. H. Beck in Nördlingen. Das neue „Gotteslob“ wird gemeinsam von den deutschsprachigen Bistümern herausgegeben und soll am Ersten Advent eingeführt werden. Rund 3,6 Millionen Exemplare werden in der Erstauflage gedruckt. Damit das Gesangbuch nicht zu dick ausfällt, wird es auf sehr dünnem Spezialpapier hergestellt. Der Stammteil des neuen Gotteslob umfasst rund 960 Seiten, die diözesanen Eigenteile variieren zwischen 240 und 340 Seiten. Rund 75.000 Exemplare sollen während der nächsten Monate pro Woche fertig gestellt werden. Bischof Hofmann, bei der Bischofskonferenz Vorsitzender der „Unterkommission Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch“, bezeichnete das Buch als „Proviantpaket fürs Glaubensleben“. Es biete „konkrete Anregungen für das persönliche und gemeinsame Gebet zu Hause, es gibt Hilfen zur Glaubensvertiefung und es macht eine reiche Auswahl wichtiger Gebete und Lieder – alter und neuer – zugänglich“.

Meinrad Walter vom Amt für Kirchenmusik des Erzbistums Freiburg erläutert, was genau vorgelegt wird: „Das neue Gotteslob ist ein bisschen größer und umfangreicher als das bisherige. Man wird sehr, sehr viel Bekanntes wieder darin finden. Die Standardlieder, oft auch als Kernlieder bezeichnet, ändern sich nicht. Allerdings haben zum Beispiel barocke Lieder oft sehr, sehr viele Strophen, und da haben wir jetzt manchmal etwas zugelegt. Zum Beispiel das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ hat künftig mehr Strophen als bisher”. Neben dem Alten gebe es aber auch einiges an Neuem zu singen, so Walter. Mehrstimmige Taizé-Gesänge und andere mehrstimmige Rufe und Lieder seien aufgenommen worden, wie auch weitere musikalische Entwicklungen. „Das Gotteslob soll ein Kirchenbuch sein, aber auch ein Hausbuch. Da heißt, häusliche Feiern wie zum Beispiel eine Weihnachtsfeier unter dem Christbaum wird drin sein, oder ein Totengebet im Kreis der Familie. Und dann erwartet die Kirchenbesucher natürlich auch eine Menge neuer Lieder, die jetzt in den letzten Jahrzehnten hinzugekommen sind. Auch bei den Andachten wurde einiges renoviert und modernisiert. Also, insgesamt ist es ein neues Buch, aber auf einem durchaus traditionellen Fundament.“

Beim Erstellen des Buches habe man sehr genau überlegt, was man ändern wolle, so Walter. Es habe eine Erprobungsphase gegeben, in der Gottesdienstbesucher mit Einreißzetteln ihre Meinung abgeben konnten, welches Lied eine Bereicherung sei und welches nicht. Es ging um Stimmigkeit, aber auch um Singbarkeit, denn die Lieder dürfen nicht zu schwierig sein. „Jede Generation macht und braucht auch ihr neues Gesangbuch. Nach dreißig bis vierzig Jahren ist ein Gesangbuch schon so veraltet, dass man mit der Arbeit an einem neuen beginnen muss. Die hat jetzt auch etwa ein Jahrzehnt gedauert. Man sieht dann aus dem Rückblick sogar die Stärken des alten wieder neu. Gründe waren auch, dass doch manches in diesen Andachten im Gotteslob etwas zu theoretisch, theologisch gewesen ist, dass der Bereich der Tagzeiten, der Gottesdienste nicht wirklich ausgearbeitet war, dass es einige blinde Flecken im 19. Jahrhundert gibt und dass vor allem der Bereich des neuen Liedes von Taizé bis anderen Komponisten so aufgeblüht ist nach Erscheinen des alten Gotteslobes, dass das ja noch nicht berücksichtig werden konnte.“

Foto: Gotteslob – Bildquelle: Benedikt.Seidl/Wikipedia