Eine lange, segensreiche Tradition

Zur Geschichte der Papstbesuche auf deutschem Boden.
Erstellt von am 18. September 2011 um 14:23 Uhr
Deutschland in Europa

Der Besuch Papst Benedikts XVI. in Deutschland wird der fünfzehnte Besuch eines Papstes auf deutschem Boden sein, seit Papst Leo III. im Jahre 799 die Paderborner Königspfalz besuchte, um dort für Karl den Großen eine Altarweihe vorzunehmen. Die Deutschlandbesuche der Gegenpäpste Gregor VI. im Jahre 1012 und Johannes XXIII. Im Jahre 1414 werden in dieser Zählung nicht berücksichtigt.  Die anstehende Reise wird den Heiligen Vater nach Berlin, Erfurt, Etzelsbach, Lahr und Freiburg führen und ist der erste offizielle Staatsbesuch Benedikts XVI. in der Bundesrepublik Deutschland. Die vorangegangenen zwei Deutschlandbesuche Benedikts XVI. in den Jahren 2005 und 2006 waren keine offiziellen Staatsbesuche des Heiligen Vaters als Staatsmann, sondern Pastoralreisen des Papstes als Oberhaupt der universalen Weltkirche.

Johannes Paul II. – der reisende Papst

Der bevorstehende Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. steht also in einer langen und segensreichen Tradition von Besuchen, die insgesamt acht Päpste den deutschen Landen in zwölf Jahrhunderten abstatteten. Alleine der selige Papst Johannes Paul II. besuchte die Bundesrepublik Deutschland dreimal. Seine Reisen führten ihn 1980 nach Köln, Brühl, Bonn, Mainz, Münster, Osnabrück, Fulda, München und Altötting, 1987 nach Köln, Bonn, Münster, Kevelaer, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen, Mülheim an der Ruhr, München, Speyer und Augsburg und 1996 nach Paderborn und Berlin. Kein amtierender Papst stattete mehr deutschen Städten einen offiziellen Besuch ab, als der 2005 verstorbene Johannes Paul II., der im Mai 2011 durch Papst Benedikt XVI. zur Ehre der Altäre erhoben wurde.

Die erste Nuntiatur auf deutschem Boden

Doch die Deutschlandbesuche der Päpste waren nicht immer nur repräsentativer, pastoraler oder staatsmännischer Art. 1782 besuchte Papst Pius VI. die Städte München, Altötting und Augsburg, da es in den deutschen Landen Bestrebungen gab, die Macht der Bischöfe gegenüber den Päpsten zu stärken. So richtete Pius VI. drei Jahre später in Deutschland die erste diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhls in der Geschichte des Landes ein. Diese erste Apostolische Nuntiatur wurde nach dem Willen des Papstes in München errichtet, was den Protest einiger Bischöfe zur Folge hatte. 1786 verabschiedeten die Bischöfe in der Stadt Bad Ems die so genannte „Emser Punktation“, die sich erneut für die Stärkung der bischöflichen Rechte gegenüber dem Heiligen Stuhl starkmachte.

Kaiserkrönung in Rom

Ein weiterer Papst, der in besonderer Verbindung zu Deutschland steht, war der Heilige Vater Leo III., der zugleich auch der erste Pontifex war, der Deutschland besuchte. Das war im Jahre 799. Nur ein Jahr später krönte er Karl den Großen in der Weihnachtsmesse am 25. Dezember in Rom zum Kaiser. Wiederum fünf Jahre später besuchte Papst Leo erneut Deutschland, um in Aachen das Dreikönigsfest zu feiern.

Darüber hinaus besuchten Deutschland unter anderem die Päpste Benedikt VIII., Leo IX. und Eugen III. Der Deutschlandbesuch Papst Benedikts XVI. steht dementsprechend in einer langen Tradition und wird für Deutschland erneut ein Grund zu großer Freude sein.

Foto: Deutschland in Europa – Bildquelle: TUBS, CC bei Wikimedia Commons

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