Die stigmatisierte Resl von Konnersreuth

Feierliches Gedenken im Bistum Regensburg zum 50. Todestag der Therese Neumann.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 18. September 2012 um 13:31 Uhr
Therese Neumann

Konnersreuth (kathnews). Die Katholiken in der Oberpfalz begehen heute feierlich den 50. Todestag der Therese Neumann. Die „Resl“ wie sie auch genannt wird, lebte in Konnersreuth im Bistum Regensburg. Laut einem Bericht der Zeitung „DER NEUE TAG“ ist großes geplant im oberpfĂ€lzischen Konnersreuth. Neben einem Kreuzweg, der Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes und Rosenkranzgebet, findet ein feierliches Pontifikalamt am Freialtar vor dem Haus der Resl statt. Erwartet werden Kardinal Dominik Duka (Prag), Bischof Friedhelm Hoffmann (WĂŒrzburg), Bischof Frantisek Radkovsky (Pilsen) sowie aus dem Bistum Regensburg Weihbischof Pappenberger, Diözesanadministrator Dr. Wilhelm Gegenfurtner und das ganze Regensburger Domkapitel. Nachdem Pontifikalamt findet eine Lichterprozession mit Fahnen und musikalischer Begleitung zum Grab der Resl statt.

Geboren wurde Therese Neumann, als erstes von elf Kindern, im April 1898 in Konnersreuth, in der NÀhe des bekannten Wallfahrtortes Waldsassen. 1915 nahm die junge Resl ihre Arbeit als Magd auf und zog sich im MÀrz 1918 bei den Löscharbeiten eines Scheunenbrandes eine Verletzung der Augen zu. Seit September 1918 litt sie an Sehstörungen welche sich bis MÀrz 1919 bis hin zur völligen Erblindung ausweiteten. Darauf folgten starke LÀhmungen und Therese Neumann wurde zum Pflegefall.

Am 29. April 1924, am Tag der Seligsprechung ihrer Namenspatronin Therese von Lisieux, wurde sie von ihrer Erblindung geheilt. Nachfolgend am 17. Mai 1925, am Tag der Heiligsprechung der Therese von Lisieux verschwanden auch die LĂ€hmungen und Therese Neumann war vollstĂ€ndig geheilt. In der Nacht vom 4. auf den 5. MĂ€rz 1926 erlebte die tiefglĂ€ubige Resl eine Vision der Leidensgeschichte Christi und erstmals traten Stigmata in der Herzgegend und spĂ€ter Wunden an ihren HĂ€nden und FĂŒĂŸen auf. Auch Blutungen aus den Augen traten auf. Bei ihren Visionen an denen sie freitags immer wieder blutend die Passion Christi durchlebte, war sie sogar fĂ€hig aramĂ€isch, die Sprache Jesu Christi, zu hören und auch fĂŒr Sprachexperten verstĂ€ndlich wiederzugeben. Ab Oktober 1926 begann ihre Nahrungslosigkeit und sie lebte fortan ausschließlich von der heiligen Kommunion. Ärztlich bestĂ€tigt wurde ihre Nahrungslosigkeit 1927.

FĂŒr die damalige Zeit war Therese Neumann eine ungewöhnlich emanzipierte Frau, welche 1923 bis 1945 mutig und erfolgreich klaren Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete. Nach dem Krieg bemĂŒhte sich die Resl aus dem nahegelegenem Schloss Fockenfeld wieder ein Kloster zu machen. UrsprĂŒnglich war Fockenfeld der Sommersitz der Zisterzienser-PrĂ€laten von Waldsassen. Am 31. MĂ€rz 1951 ĂŒbernahmen die Oblaten des hl. Franz von Sales auf das Betreiben der Therese Neumann den Klosterhof. Eines ihrer grĂ¶ĂŸten Anliegen war zudem stets die Förderung der Priesterausbildung.

Sie setzte alles in ihrer Macht stehende ein, fĂŒr eine Übersiedlung der 1946 in EichstĂ€tt gegrĂŒndeten SpĂ€tberufenenschule „St. Josef“ von Hirschberg (bei Weilheim) nach Fockenfeld. 1955 begann der Unterricht in Fockenfeld. UngefĂ€hr 1300 SchĂŒler haben die Schulausbildung bisher durchlaufen. Davon haben sich 500 fĂŒr das Priestertum entschieden. Auch heute noch besuchen junge MĂ€nner die Katholische Privatschule mit Seminar „St. Josef“, um sich mit dem Abitur auf das anstehende Theologiestudium und letztlich auf das heilige Sakrament der Priesterweihe vorzubereiten. Damit bringt das Wirken der Therese Neumann bis in die Gegenwart reiche Frucht.

Am 18. September 1962 starb Therese Neumann an Herzversagen in ihrem Leidenszimmer daheim. Die Proklamation der Eröffnung des Seligsprechungsprozesses durch den damaligen Regensburger Bischof Prof. Dr. Gerhard Ludwig MĂŒller, jetzt PrĂ€fekt der Glaubenskongregation, fand am 13. Februar 2005 in Konnersreuth statt. Jede Meldung einer Gebetserhörung ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Seligsprechungsprozesses. Daher sind Gebetserhörungen bitte an das Bistum Regensburg, Abteilung fĂŒr Selig- und Heiligsprechungsprozesse beim Bischöflichen Konsistorium zu richten.

Foto: Grabstein der Resl von Konnersreuth – Bildquelle: Kathnews