Die Gnade der Unsterblichkeit wird durch den Glauben an die Dreifaltigkeit vermittelt

Homilie des heiligen Gregor von Nyssa zum Evangelium des Dreifaltigkeitssonntages (Lesejahr A). Text: Ep 5: PG 46, 1031. Übersetzung: Gero P. Weishaupt.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 10. Juni 2017 um 17:15 Uhr
Taufbecken

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Jo 3, 16-18)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

16 Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.

17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

Aus einer Homilie des Heiligen Gregor von Nyssa

Die Gnade der Unsterblichkeit wird durch den  Glauben vermittelt. Denn durch die Gabe der Heiligen Dreifaltigkeit werde jene der Leben schenkenden Kraft fähig, die aus dem Tod zum ewigen Leben neu geboren und dieser Gnade durch den Glauben würdig geworden sind.

So auch ist die Gnade unvollkommen, wenn irgendein Name der Heiligen Dreifaltigkeit bei der heiligen Taufe ausgelassen wird. Denn das Geheimnis der Wiedergeburt erfüllt sich weder allein durch den Vater und den Sohn ohne den Heiligen Geist, noch vermag die Taufe nur im Vater und Geist uns das vollkommene Leben zu schenken, wenn der Sohn verschwiegen wird. Ebensowenig kommt die Gnade unserer Erlösung zur Vollendung im Vater und Sohn unter Auslassung des Heiligen Geistes. Darum gründet unsere ganze Hoffnung und unser Vertrauen auf das Heil unserer Seelen in den drei Personen, die unter diesen Namen bekannt sind. Wir glauben an den Vater unseres Herrn Jesus Christus als der Quelle des Lebens und an den eingeborenen Sohn des Vaters als des Urhebers des Lebens, wie der Apostel sagt, und an den Heiligen Geist Gottes, über den der Herr sagt: Es ist der Geist, der lebendig macht.

Da uns, die wir aus dem Tode erlöst sind, durch den Glauben an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist in der heiligen Taufe, wir wir gesagt haben, die Gnade der Unsterblichkeit verliehen wird, glauben wir durch diese Einsicht, dass der Heiligen Dreifaltigkeit nichts Knechtisches, nichts Geschaffenes, nichts der Majestät des Vaters Unwürdiges zukommt. Denn es ist unser einziges Leben, das wir durch den Glauben an die Heilige Dreifaltigkeit erhalten, jenes nämlich, das aus Gott dem Schöpfer wie aus einer Quelle hervorströmt, durch den Sohn fortschreitet und im Heiligen Geist vollendet ist. …

Die, die dem Maßstab der Wahrheit folgen, bekennen drei Personen und erkennen sie fromm und ehrfürchtig in ihren Eigenschaften. Sie glauben, dass sie eine Gottheit sind, eine Güte, ein Ursprung, eine Macht und Kraft. Weder entziehen sie der Alleinherrschaft Gottes ihre Wirksamkeit, noch verfallen sie in die Behauptung einer Vielzahl von Göttern. Weder vermischen sie die Personen, noch fügen sie die Heiligen Dreifaltigkeit mit ganz unterschiedlichen Elementen zusammen. Vielmehr bejahen sie das Glaubensdogma in Einfachheit und setzen alle ihre Heilshoffnung auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Diejenigen teilen mit uns dieselben Gedanken, mit denen auch wir teilhaben am Herrn. Dafür beten wir.

Foto: Taufbecken – Bildquelle: Ib Rasmussen / Wikipedia