Deutsche Diakone: Nachwuchsmangel kennen wir nicht

Altkirchliches Diakonenamt vom Zweiten Vatikanischen Konzil wiederbelebt.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 17. Januar 2014 um 19:01 Uhr
Kreuzigung Christi - Glaskunst

Beilngries (kathnews/KNA). Im Unterschied zu vielen anderen kirchlichen Berufen herrscht bei den Diakonen
kein Nachwuchsmangel. Die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat berichteten bei ihrer Jahrestagung am Donnerstag im bayerischen Schloss Hirschberg von einem „großen Zulauf“. So seien im Bistum Münster im vergangenen Jahr 15 Männer zu Diakonen geweiht worden. In der Erzdiözese Freiburg waren es 16. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Peter Höfner, sagte, dieser Zuwachs komme nicht von ungefähr. Der Diakonat sei „sehr attraktiv für Männer im mittleren Alter“, die neben Beruf und Familie ihrem Leben noch einmal einen neuen Sinn geben wollten. Bundesweit gibt es derzeit rund 3.200 Ständige Diakone. Sie sind entweder hauptberuflich bei der Kirche angestellt oder üben diesen Dienst neben einem Zivilberuf aus. So finden sich unter ihnen Journalisten, Bankkaufleute und Kriminalkommissare. Diakone gehören zum Weihestand der katholischen Kirche, dürfen aber im Unterschied zu Priestern verheiratet sein. Zu ihren Einsatzfeldern zählen unter anderem die Kranken- und Betriebsseelsorge, aber auch die Gemeindepastoral.

Anders als Gemeinde- und Pastoralreferenten dürfen sie auch einige sakramentale Feiern leiten, etwa Taufen und Hochzeiten. Das zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene altkirchliche Diakonenamt war vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) wiederbelebt worden. Ob es auch für Frauen geöffnet werden kann, wird derzeit auch unter Bischöfen kontrovers diskutiert. Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sagte, es wäre ein großer Fehler, in Diakonen einen Priesterersatz zu sehen. Höfner erklärte, man verstehe sich nicht als Konkurrenz zu anderen Kirchenberufen. Doch liege das, was Papst Franziskus sage und tue, „voll auf unserer Linie“. In einem Thesenpapier beschreiben sich die deutschen Diakone als „Stellvertreter der Vergessenen“. Der Sprecher der Eichstätter Diakone, Thomas Gerl, sagte, die besondere Stärke der Diakone sei es, Beziehungen zu stiften, „im Alltag und am Rand der Gesellschaft“. Angesichts der größer werdenden Seelsorgeräume hätten sie auch die Aufgabe, den Gemeinden bei der „Trauerarbeit“ zu helfen, die keinen Priester mehr haben.

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Foto: Kreuzigung / Glaskunst – Bildquelle: Andreas Gehrmann