Bistum Aachen reagiert auf „Narrenmesse“

Der Apostolische Stuhl rief die Gläubigen 2004 auf, liturgische Missbräuche beim zuständigen Bischof oder direkt beim Apostolischen Stuhl zu melden. Bei liturgischen Missbräuchen sind disziplinarische oder strafrechtliche Maßnahmen vorgesehen.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 8. Februar 2018 um 09:43 Uhr

Aachen (kathnews). Die „Narrenmesse mit Dreigestirn“ im Bistum Aachen, die nach einem WDR-Bericht in die Öffentlichkeit gekommen ist, hat bei zahllosen Katholiken großes Entsetzen hervorgerufen. Auch in sozialen Netzwerken bekundeten Gläubige ihre Abscheu vor dieser blasphemischen Geschmacklosigkeit. Der Zuschauer konnte sehen, wie im Altarraum der Kirche St. Gangolf in Heinsberg, einer Kleinstadt nördlich von Aachen, während einer Messfeier akrobatische Einlagen geboten wurden. Zwei Priester traten zusammen mit einem evangelischen Pfarrer in Kostümen des Dreigestirns in Erscheinung. Ein Diakon stellte in der Predigt den Zölibat in Frage und spendete dem evangelischen Pfarrer die heilige Kommunion. Zu hören waren Karnevalslieder, Lachen und Klatschen der Anwesenden.

Nun reagiert das Bistum Aachen auf die „Narrenmesse“ in Heinsberg. Wie das katholische Internetportal „Kath.net“ berichtete, wird das Bistum mit den Verantwortlichen „Gespräche“ führen.

Der Apostolische Stuhl hat vor Jahren schon in einer Liturgieinstruktion die Gläubigen eindringlich darauf hingewiesen, liturgische Missbräuche bei den Bischöfen oder direkt beim Apostolischen Stuhl zur Anzeige zu bringen. Die Bischöfe sind nach dem Kirchenrecht für die Einhaltung der liturgischen Vorschriften in ihren Diözesen verantwortlich. Wenn liturgische Missbräuchen nachgewiesen werden, sind disziplinarische oder strafrechtliche Maßnahmen nicht ausgeschlossen.

Foto: Dr. Helmut Dieser, Bischof von Aachen – Bildquelle: Domsteinchen, Wikimedia Commons, used under CC BY-SA 4.0 / Desaturated from original