Bischofsynode: Deutet Hagenkord Kurswechsel an?

Fixierung der Medien auf ein Thema: Wiederverheiratete Geschiedene.
Erstellt von Mathias von Gersdorff am 26. August 2015 um 12:01 Uhr
Petersdom

Von Matthias Gersdorff:

Der Leiter der deutschen Redaktion von Radio Vatikan, der Jesuitenpater Bernd Hagenkord, deutet möglicherweise einen Strategiewechsel des Änderungen in der Kirche befĂŒrwortenden Lagers fĂŒr die kommende Familiensynode an.

Das einseitige Interesse der Medien

So sagte er gegenĂŒber Domradio: „Es gibt jede Menge Stellungnahmen, zum Beispiel eine von Kardinal Marx, der sagt: Die wahren GefĂ€hrder fĂŒr Familie sind Vertreibung, Armut und Ausbeutung. Leider ist das Thema medial nicht so interessant wie zum Beispiel wiederverheiratet Geschiedene.“ In den letzten Wochen gab es mehrere Stimmen in der Weltkirche, die den Arbeitsbedingungen der modernen Wirtschaft, der Marktwirtschaft oder gar dem Kapitalismus die Schuld fĂŒr die Probleme der Familie auf der Welt geben. In dieser Konstellation wĂ€ren die LĂ€nder Asiens, Afrikas und SĂŒdamerikas so etwas wie die Opfer des reichen und liberalen Nordens, der sie ausbeutet und Lebensbedingungen schafft, die die Familien zerstören. Solche Aussagen sind Waser in die MĂŒhlen der Befreiungs- und öko-feministischen Theologen. Möglicherweise will Pater Hagenkord auf diese Strategie hinweisen.

Widerstand

Gegen den liberalen Kurs der deutschen und anderer Bischofskonferenzen erhob sich in den letzten Monaten ein großer Widerstand. Nicht nur KardinĂ€le und Bischöfe haben gegen Kardinal Kasper & Co. Stellung bezogen, auch ĂŒber 500.000 GlĂ€ubige haben die konservative Petition „Ergebene Bitte an Papst Franziskus“ unterschrieben.

Hagenkords Hinweis, die Medien wĂŒrden sich eher fĂŒr wiederverheiratete Geschiedene interessieren, ist nicht zutreffend: Es war Kardinal Walter Kasper, der durch seine Rede vor dem Konsistorium Anfang 2014 dieses Thema in die Diskussion brachte. Diese Rede wurde von Linkskatholiken als Anlass genommen, danach die gesamte Agenda der sexuellen Revolution ins GesprĂ€ch zu bringen (vor- und außereheliche Beziehungen, kĂŒnstliche VerhĂŒtungsmittel etc).

Keine Erwartungen

Pater Hagenkord dĂ€mpft zugleich jene Erwartungen, die Synode könnte gravierende Änderungen beschließen und prognostiziert, die Debatte um Ehe und Familie wĂŒrde wohl noch zehn Jahre andauern.

Foto: Petersdom – Bildquelle: Wolfgang Stuck

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