Berichterstattung über die Approbation einiger Feiern des neokatechumenalen Weges

Ein kanonistischer Einwurf von Mag. theol. Michael Gurtner.
Erstellt von Mag. Michael Gurtner am 21. Januar 2012 um 21:17 Uhr

In den letzten Tagen kursiert in verschiedenen Medien, speziell auch im Internet die Nachricht, der Heilige Vater Benedikt XVI. hätte, wie man sagt, „die Liturgie(n) des neokatechumenalen Weges“ approbiert. Diese Nachricht ruft bei vielen Verwunderung und Enttäuschung hervor, wie man aus verschiedenen Kommentaren entnehmen kann, zumal bekannt ist daß dem movimento einige strenge Auflagen hinsichtlich Mängel in deren Eigenliturgien gemacht wurden. Es scheint sich derzeit ein Fehler in der Berichterstattung fortzupflanzen, welcher die Sachlage verfehlt darstellt.

Tatsächlich wurde mit dem Dekret nicht „die Liturgie des Neokatechumenates“ approbiert, wie sowohl aus dem Dekret selbst, als auch aus der Ansprache des Pontifex anläßlich einer Audienz welche er dem movimento gewährte hervorgeht.

Im entsprechenden Dekret des Pontificium Consilium pro Laicis mit der Protokollnummer 1743/11/AIC110 heißt es wörtlich: „Ora, visti gli articoli 131 e 133 § 1 e § 2 della Costituzione Apostolica “Pastor Bonus” sulla Curia Romana, il Pontificio Consiglio per i Laici, avuto il parere favorevole della Congregazione per il Culto Divino e la Disciplina dei Sacramenti, concede l’approvazione a quelle celebrazioni contenute nel Direttorio Catechetico del Cammino Neocatecumenale che non risultano per loro natura già normate dai libri liturgici della Chiesa.”

Es sind also allein jene Feiern (“celebrazioni”) approbiert, welche a) im Direktorium des neokatechumenalen Weges enthalten sind und b) nicht ob deren liturgischen Charakters bereits in den liturgischen Büchern der Kirche genormt sind. Das bedeutet, daß es sich nicht um liturgische Feiern handelt, sondern um sonstige, nicht-liturgische Eigenfeiern des movimento. Das Dekret bezieht sich also nicht auf die heiligen Sakramente oder auf die Sakramentalien der Kirche.

Dasselbe geht aus der Ansprache des Pontifex maximus an die Teilnehmer der Audienz hervor, welche er dem Neokatechumenat am 20. Januar 2012 gewährte:  „Poco fa vi è stato letto il Decreto con cui vengono approvate le celebrazioni presenti nel “Direttorio Catechetico del Cammino Neocatecumenale”, che non sono strettamente liturgiche, ma fanno parte dell’itinerario di crescita nella fede”.

Der Papst selbst bezieht das Dekret also ausdrücklich auf jene Feiern des Neokatechumenates, welche nicht im engen Sinne “Liturgie” sind.  Damit sind Hl. Messen, Taufen, Firmungen und sonstige liturgische Feiern der Kirche von der Approbation ausgenommen.

Benedikt XVI schließt seine Ansprache mit einigen Ausführungen zur Liturgie im Allgemeinen, welche er dem movimento mit auf den Weg gibt.

Foto: Petersdom – Bildquelle: B. Greschner, kathnews

 

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