Bartholomaios I. kommt nach Deutschland

Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie tritt Vertreter von Staat und Kirche.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 8. Mai 2014 um 13:37 Uhr
Bartholomaios I.

Frankfurt (kathnews/KNA). Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel (74), kommt ab Samstag bis 19. Mai zu einem Pastoralbesuch nach Deutschland. Dabei wird er
mit hohen Vertretern von Kirche und Staat zusammentreffen, wie die griechisch-orthodoxe Metropolie von Deutschland am Mittwoch in Frankfurt ankündigte. Stationen der Reise sind Stuttgart, Esslingen, Frankfurt am Main, Bonn, Berlin und München. Auf dem Programm des Aufenthalts von Bartholomaios I. in Berlin stehen Gespräche mit Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 14. Mai. Mit den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann
(Grüne), und von Bayern, Horst Seehofer (CSU), sind Begegnungen am Samstag beziehungsweise am 16. Mai geplant. Auf Einladung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) spricht der Patriarch am 14. Mai im Berliner Dom über das Thema „Nachhaltigkeit und Lob des Schöpfers – Plädoyer für eine ökologische Ethik aus orthodoxer Sicht“.

Eine Begegnung mit der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist für den 13. Mai in Bonn vorgesehen. In München wird dem Patriarchen am 16. Mai die Ehrendoktorwürde der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität verliehen. Zudem wird er die Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie der Hochschule besuchen. Außerdem ist die Teilnahme von Bartholomaios I. an einem Symposium der Erzdiözese München und Freising zum Thema Nachhaltigkeit mit Kardinal Reinhard Marx vorgesehen. Den Abschluss der Visite des Patriarchen bildet am 19. Mai ein Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Anlass für den Besuch ist das 50-Jahr-Jubiläum der griechisch-orthodoxen Metropolie in der Bundesrepublik, die am 5. Februar 1963 gegründet wurde. Zur Metropolie gehören annähernd rund 500.000 Gläubige; sie zählt 61 Kirchengemeinden mit insgesamt 158 Stätten für den Gottesdienst.

Die zunächst für 2013 geplante Visite war wegen Terminproblemen im Zusammenhang mit dem Bundestagswahlkampf verschoben worden. Bartholomaios I., der unter anderem in München studierte und Deutsch spricht, hatte bereits im Oktober 1993 – zwei Jahre nach seiner Wahl zum Patriarchen 1991 – auf Einladung der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD die Bundesrepublik besucht. Eine weitere Visite führte ihn 1999 nach Bayern, wo er in Passau das Umweltsymposium „Fluss des Lebens“ eröffnete. Dem oft als „grüner Patriarch“ bezeichneten Bartholomaios I. ist die „Bewahrung der Schöpfung“ ein besonderes Anliegen.

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Foto: Bartholomaios I. – Bildquelle: Wikipedia/Massimo Finizio