Auf Tuchfühlung mit ihm. Heiligtumsfahrt in Aachen ging zu Ende

Eine kurze Betrachtung von Georg Dietlein (Köln).
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 30. Juni 2014 um 12:57 Uhr
Aachener Dom - Innenansicht

Aachen (kathnews). Die Heiligtumsfahrt in Aachen ging gestern abend zu Ende. Am Sonntagvormittag hatte der emeritierte Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, auf dem Katschhof (Freiplatz zwischen Dom und Rathaus) zusammen vielen Pilgern das letzte Pontifikalamt gefeiert. Am heutigen Montag fand um 09.00 Uhr die Verschließungsfeier im Aachener Dom statt, bei der die vier großen biblischen Heiligtümer wieder in den kostbaren Marienschrein des gotischen Chores des Domes zurückgelegt wurden. Die nächste Heiligtumsfahrt wird 2021 stattfinden. Georg Dietlein (Köln) schreibt im Rückblick auf die „Aachenfahrt“ 2014:

Gott will uns nahe sein

„In der vergangenen Woche führte ein kirchliches Großereignis, das gestern zu Ende ging, mehr als 100.000 Pilger nach Aachen: die Aachener Heiligtumsfahrt. Zehn Tage lang wurden den Pilgern vier Tücher gezeigt, die aus der Zeit Jesu stammen: das Kleid Mariens, das sie in der Heiligen Nacht trug, die Windeln Jesu, das Enthauptungstuch Johannes des Täufers sowie das Lendentuch Jesu vom Kreuz. Die vier Stoffreliquien wollen uns näher an das Geheimnis heranführen, dass Gott unter uns gelebt hat und weiterhin lebt, dass seine Füße wirklich den Boden Palästinas berührt haben, dass er mit uns Menschen gesprochen, gesungen, gegessen und getrunken hat – und schließlich für uns am Kreuz gestorben ist.

Um mehr über die Echtheit der Heiligtümer und möglicherweise sogar über das Leben Jesu sagen zu können, müsste man sie wissenschaftlich untersuchen. Wichtig ist aber zugleich: Reliquien sind keine magischen Artefakte, die uns das Beten, Glauben und den Empfang der Sakramente abnehmen. Glauben kann man nicht im Museum oder in der Schatzkammer, sondern immer nur in der lebendigen Begegnung mit dem Herrn, der bei jeder Eucharistiefeier unter uns gegenwärtig wird. Die Aachener Heiligtumsfahrt hat gezeigt, dass es vielen Menschen ein Bedürfnis ist, mit Gott in Kontakt zu kommen und ihm nahe zu sein. Wie gut, dass wir einen Gott haben, der denselben Wunsch hegt! Auch Gott möchte uns nahe sein und uns persönlich begegnen. Wir müssen uns ihm nur öffnen.“

Foto: Gotische Chorhalle des Aachener Domes mit Marienschrein – Bildquelle: Andreas Gehrmann