„Auch Jesus, Maria und Josef waren Flüchtlinge“

Heiliger Vater fordert besseren Umgang mit Migranten und alten Menschen.
Erstellt von Radio Vatikan am 29. Dezember 2013 um 14:31 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/RV). Selbst Jesus zusammen mit Josef und Maria seien Flüchtlinge gewesen. Daran erinnerte der Papst beim Angelusgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Denn Jesus habe zu einer Familie gehört, die all die Schwierigkeiten einer Flucht erlebt habe, damit sich niemand von der Liebe Gottes ausgeschlossen fühle. Deshalb rufe Papst Franziskus zu mehr Offenheit gegenüber Flüchtlingen auf. Er kritisierte die Haltung vieler Länder, die zwar Arbeit für Migranten anbieten, sie aber „nicht immer mit offenen Armen und Respekt“ empfangen würden. „Die legitimen Erwartungen der Migranten trifft in den Aufnahmeländern oft auf komplizierte Situationen und teils unüberwindbar erscheinende Schwierigkeiten. Ich erinnere aber an die biblische Erzählung von der Flucht Marias und Josefs mit dem Jesuskind nach Ägypten. Leider ist eine solche Situation heute für Millionen Familien eine traurige Realität. Beinahe täglich hören wir in den Medien von Flüchtlingen, die wegen Hunger, Krieg und andere Gefahren aus ihrer Heimat vertrieben werden.“

Der Papst rief zugleich zu einem „liebevolleren Umgang“ mit alten Menschen auf. Auch in ihren eigenen Familien würden sie oft nur wie „platzraubende Wesen“ behandelt, so der Papst. Der Umgang mit Alten sei jedoch ebenso wie der mit Kindern ein Gradmesser dafür, wie es um den Zustand der Familie insgesamt bestellt sei. Der Papst rief die Familien zu einem bescheiden Lebensstil auf. „Das Vorbild der Heiligen Familie kann den heutigen Familien auch in dieser Hinsicht sehr gut tun. Ein bescheidener Lebensstil stärkt die Gemeinschaft und fördert gegenseitige Liebe und Versöhnung in den Familien. Die Familien sollen sich aber bewusst sein, dass sie eine wichtige Rolle in Kirche und Gesellschaft haben. Denn die Verkündigung der christlichen Botschaft erfolgt vor allem durch die Familien.“

Foto: Vatikan – Bildquelle: M. Bürger, kathnews