Akzente auf Jugend und Armut

Papst Franziskus auf dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 23. Juli 2013 um 09:15 Uhr
Jugendliche

Vatikan/Rio de Janeiro (kathnews/KNA). Papst Franziskus ist am Montag zu seiner ersten Auslandsreise nach Brasilien aufgebrochen. Ziel ist der Weltjugendtag in Rio de Janeiro, an dem Franziskus von Donnerstag an teilnehmen will. Bei der Ankunft am späten Montagabend deutscher Zeit wollte Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff den Papst auf dem Flughafen von Rio empfangen. Unklar war im Vorfeld, ob sich Franziskus bei der offiziellen Willkommenszeremonie im Guanabara-Palast auch zu der sozialen Lage in Brasilien äußern würde. In den vergangenen Wochen hatten Massenproteste immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Auf dem Hinflug hatte sich Franziskus besorgt über die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern geäußert. Er sehe die Gefahr einer „Generation, die nie eine Arbeit hatte“, sagte er vor mitreisenden Journalisten. Die Benachteiligung junger Menschen nannte er „eine Ungerechtigkeit“.

Die eigene Würde hänge mit der Möglichkeit eines eigenen Brotverdienstes zusammen, so Franziskus. Ein Volk habe dann Zukunft, wenn es „mit der Kraft der jungen Menschen und der Alten“ vorwärtsgehe. Senioren seien als Hüter der Lebensweisheit unverzichtbar, sagte der Papst. Papst Franziskus bleibt eine Woche in Brasilien. Auf dem Programm stehen neben dem Besuch des Weltjugendtags in Rio de Janeiro auch ein Abstecher in den Marienwallfahrtsort Aparecida und Begegnungen mit Vertretern aus Kirche und Gesellschaft. Höhepunkte werden ein Abendgebet am Samstag und eine Messe am Sonntagmorgen auf einem 3,5 Quadratkilometer großen Freigelände. Es ist die erste Rückkehr des Argentiniers Franziskus auf seinen Heimatkontinent seit seiner Wahl zum Papst am 13. März. In Brasilien will Franziskus besonders auf Arme und Benachteiligte zugehen. Am Donnerstag möchte er in die Favela Varginha im Norden Rios, die Menschen in ihren Häusern besuchen und auf dem Fußballplatz des Armenviertels zu den Bewohnern sprechen.

Zuvor will er am Mittwoch in einem Ordenskrankenhaus eine neue Abteilung für die Behandlung Drogenabhängiger einweihen. Am Dienstag stehen für Franziskus keine offiziellen Termine an. Der 76-Jährige wohnt während seines Aufenthalts im Haus des Erzbischofs von Rio de Janeiro, Orani Joao Tempesta. Die Residenz liegt 400 Meter über der Metropole an den Hängen der Serra da Carioca mit einem weitläufigen Naturpark. An der Eröffnungsmesse des Weltjugendtags an der Copacabana nehmen am Dienstagabend (Ortszeit) Mitglieder des päpstlichen Gefolges teil, nicht aber der Papst selbst. Zu der Messe am Strand werden auch 250 Bischöfe erwartet. Unterdessen wurden laut brasilianischen Medien die Sicherheitsvorkehrungen für den Papst verstärkt. Rund 25.000 Sicherheitskräfte von Militär und Polizei sollen für einen störungsfreien Verlauf sorgen. Im Vorhinein hatten verschiedene Organisationen angekündigt, gegen die Verwendung öffentlicher Mittel für das Katholikentreffen zu protestieren.

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Foto: Jugendliche – Bildquelle: camera-colonia / Wikipedia