Aachener Bischof: Aus dem Christentum kommt die Seele Europas

Bischof Dieser zelebrierte in Konzelebration mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, vor der Karlspreisverleihung das Pontifikalamt am Himmelfahrtstag im Aachener Dom.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 2. Juni 2019 um 15:44 Uhr

Aachen (kathnews). Der Bischof der Europastadt Aachen, Dr. Helmut Dieser, hat in seiner Predigt am Himmelfahrtstag im Aachener Dom in Anwesenheit des diesjährigen Karlspreisträgers António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, daran erinnert, dass die gegenwärtigen Herausforderungen die Europäer dazu drängten, „es ganz neu mit dem Christentum zu versuchen“, heißt es auf der Homepage des Bistums Aachen. Aus dem Christentum nämlich komme „die humanitäre Kraft seiner Prinzipien und damit seine Seele“, so der Aachener Oberhirte. Das Christentum habe Europa von Anfang an verpflichtet auf eine Universalität seiner Seele: Das Evangelium befreie Europa von der Vergötzung des Staates oder der eigenen Gruppe und Nation und von der menschlichen Überheblichkeit“. Europa, so Bischof Dieser, verstoße gegen sich selbst, wenn Nationalismus und populistische Lösungen favorisiert würden.

Der „Internationale Karlspreis zu Aachen“ wurde vor 70 Jahren, Weihnachten 1949, von einer Anzahl Aachener Bürgern gestiftetet. Namensgeber ist Karl der Große, der als erster Einiger Europas gilt und der Aachen – im Herzen Europas gelegen – zu seiner Lieblingspfalz wählte. Der Karlspreis wird jährlich am Himmelfahrtstag an Personen und Institutionen verliehen, die sich in besonderer Weise um Verständigung und internationale Zusammenarbeit im Europäischen Raum bemüht haben. Zu den Trägern gehören auch der heilige Papst Johannes Pauls II. und Papst Franziskus. Der Aachener Karlspreis ist die renommierteste Auszeichnung Europas.

Foto: Bischof Helmut Dieser – Bildquelle: Domsteinchen, Wikimedia Commons, used under CC BY-SA 4.0 / Desaturated from original