16. Kölner Liturgische Tagung sehr gut besucht

Zwei Pontifikalämter im alten Usus als liturgische Höhepunkte der Veranstaltung.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 9. April 2014 um 21:23 Uhr
Alte Messe - Manipel

Herzogenrath (kathnews). In der vergangenen Woche fand in Herzogenrath bei Aachen die 16. Kölner Liturgische Tagung statt. Thema: „Alter Christus – Die Stellung des Priesters in der Liturgie“. Auch in diesem Jahr wurde die Veranstaltung wieder sehr gut besucht. Ein Drittel der knapp 170 Teilnehmer waren Priester und Ordensleute. Nach dem Priesterkonvent am Mittwochvormittag folgte gegen Nachmittag die Eucharistische Anbetung sowie eine Missa lecta in der Pfarrkirche St. Gertrud. Im Anschluss begrüßten der Vorsitzende der UNA VOCE Deutschland e. V., Egmont Schulze Pellengahr, sowie Dr. Guido Rodheudt, Pfarrer von Herzogenrath, die Teilnehmer im Pfarrsaal. Pfarrer Rodheudt ermutigte in seiner Ansprache zudem die Priester und Seminaristen in den oftmals schwierigen Zeiten der Kirchenkrise stets treu zur katholischen Lehre zu stehen.

Referenten und Vorträge

S. E. Weihbischof Dr. Athanasius Schneider referierte zum Thema: „Der Priester – Imago et Instrumentum Christi“. Priesterliches Abbild Christi und sein lebendiges Werkzeug zu sein, verlange vom menschlichen Priester, auch in persönlicher moralischer Hinsicht ein Abbild und ein gefügigeres Werkzeug Gottes zu sein, so der Weihbischof von Karaganda. Prof. Dr. Peter Bruns (Universität Bamberg) sprach zur „Theologie des Priestertums bei den Kirchenvätern – Das Amt der Heiligung“. Sein Vortrag ging zurück bis in die ersten drei Jahrhunderte der Kirche und führte durch die Jahrhunderte über Gregor von Nazianz, Johannes Chrysostomus, Ambrosius von Mailand sowie Hieronymus bis hin zu Papst Gregor dem Großen. Mit seinem Vortag „Das Taufpriestertum und das Priestertum des Dienstamtes“ verdeutlichte Prof. Dr. Helmut Hoping (Universität Freiburg) den Unterschied zwischen dem oftmals diskutierten allgemeinem Priestertum und dem Amtspriestertum. Hoping verwies u. a. auf das Zweite Vatikanische Konzil und die dogmatische Konstitution „Lumen gentium“ in der es heißt, dass sich allgemeines Priestertum und Amtspriestertum „dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach unterscheiden“. Das Priestertum des Dienstamtes begründe sich nicht im Taufpriestertum sondern in einer besonderen Teilhabe am Priestertum Christi.

„Das Kreuz mit dem Gold – Ursprünge und Wesenselemente des liturgischen Ornats“ von Prof. Dr. Peter Stephan (Universität Freiburg/Fachhochschule Potsdam) veranschaulichte den Zuhörern durch Bibelstellen, Kirchenvätertexte und Bildquellen die Typologie des Goldes. Anhänger der „liturgischen Reformen“ haben besonders in den letzten Jahrzehnten die Bedeutung des Goldes, z. B. in den Paramenten oder dem Altargerät, in Frage gestellt und sind der Ansicht der mosaische Kult könne in der christlichen Eucharistiefeier keine Fortsetzung finden. Viele Reformer sehen in den Kostbarkeiten einen Widerspruch zur Armut Jesu. So verschwand das Gold vielfach aus der Liturgie. Jedoch beleuchtet das Gold seit Jahrhunderten das Mysterium der Menschwerdung und des Kreuzestodes Christi. „Was im Jerusalemer Tempelkult geheimnisvoll angelegt war, entfaltet sich in der Kirche und gelangt im himmlischen Jerusalem zur Vollendung“. Prof. Dr. Andreas Wollbold (Universität München) hielt seinen Vortrag über die liturgische Frömmigkeit des Priesters: „Zwischen Hierophant und Animator“. Der Vortrag ging durch verschiedene Bereiche der Liturgie und gab Hinweise wie darin eine geistliche nährende liturgische Frömmigkeit für Priester und Gläubige zu entwickeln ist. „Tischvorsteher oder Kultdiener? – Zur Frage des christlichen Priestertums“ war das Vortragsthema von P. Bernward Deneke FSSP (Wigratzbad). P. Dr. Uwe Michael Lang CO (London) ging auf die Sakralität der Liturgie und das Priestertum ein. Im Fokus von Dr. Heinz-Lothar Barth (Universität Bonn) stand „Die Darbringung des heiligen Messopfers: Zentrale Aufgabe des katholischen Priesters“. Barth verdeutlichte, dass der katholische Priester in erster Linie „Opferpriester“ ist und alle weiteren Tätigkeiten eines Priesters zweitrangig sind.

Zwei Pontifikalämter im Usus antiquior

Die Gläubigen hatten während der Tagung die Möglichkeit an zwei Pontifikalämtern in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus teilzunehmen. S. E. Weihbischof Dr. Athanasius Schneider zelebrierte am Donnerstag ein Pontifikalamt in der Filialkirche St. Marien. Musikalisch gestaltet wurde die heilige Messe vom Ensemble Raphael (Amsterdam) unter der Leitung von Jan S. Peerik. Des Weiteren zelebrierte S. E. Dr. Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich (Belgien) am Samstag ein Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Gertrud. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Projektchor St. Gertrud und Mitglieder des Aeolus Ensembles unter der Gesamtleitung von Kantor Herbert Nell.

Konzert und Kultur

Unter der Leitung von Dr. Michael Tunger (Aachen) wurde in der Pfarrkirche St. Gertrud ein kommentiertes Konzert von der Schola Carolina zum Karlsjahr aufgeführt; an der Orgel Prof. Dr. Albert Richenhagen (Universität der Künste, Berlin). Ulrich Muntz (Kulturjournalist, Remscheid) führte die Teilnehmer am zweiten Tagungsabend auf die katholischen Spuren in Richard Wagners Bühnenweihefestspiel „Parsifal“ und zeigte Prallelen auf zum Amt des Priesters und des Messopfers. Eine literarisch-musikalische Soirée auf Burg Rode in Herzogenrath präsentierten am letzten Abend Uwe Postl (München) Schauspieler und Regisseur, sowie Alexander Nell (Herzogenrath) am Flügel. Unter der Überschrift: „Priester in der Dichtung“ wurden Werke von Paul Claudel, Reinhold Schneider, Hildegard von Bingen, Gertrud von le Fort, Lew Nikolajewitsch Tolsoi, Hans Conrad Zander, Giovannino Guarreschi und Uwe Postl vorgetragen. Am Klavier lauschten die Zuhörer den Werken von Francis Poulenc, Claude Debussy, Gabriel Fauré und Alexander Nell.

Tagungsende

Seinen Ausklang fand die Tagung am Samstagmittag mit einer Ansprache von James Bogle (London), dem Präsidenten der Internationalen UNA VOCE Föderation, im Saal des Pfarrzentrums St. Gertrud. Bogle dankte den Veranstaltern der Tagung. Des Weiteren wurde bereits der Termin für die 17. Kölner Liturgische Tagung bekanntgegeben. Diese findet statt in der Zeit vom 18. bis 21. März 2015 mit dem Thema: Die Liturgie der Sakramente.

Die Veranstalter

Veranstalter der seit Jahren bekannten Tagung sind der Initiativkreis katholischer Laien und Priester in der Erzdiözese Hamburg „Kardinal-Newman-Kreis e. V.“, Initiativkreis katholischer Laien und Priester in der Erzdiözese Köln, das Netzwerk katholischer Priester, die UNA VOCE Deutschland e. V. sowie die Katholische Pfarrgemeinde St. Gertrud in Herzogenrath.

Foto: Manipel – Bildquelle: Berthold Strutz