„Zusammenarbeit mit Orthodoxie weiter ausbauen“

Gespräch zwischen Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser und Patriarch Bartholomaios I.
Erstellt von Radio Vatikan am 2. Dezember 2011 um 13:44 Uhr

Salzburg (kathnews/RV). Die Zusammenarbeit mit der orthodoxen Kirche noch weiter ausbauen – das will der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser. Er nahm am Mittwoch als Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz an der Bischofsweihe des neuen Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, am Sitz des Ökumenischen Patriarchats in Istanbul teil. Wie diese Beziehungen intensiviert werden könnten, erklärte Kothgasser gegenüber „Kathpress“ am Rande der Bischofsweihe im Rahmen des Andreasfestes:

„Wir wollen die guten Beziehungen, die es zwischen der katholischen Kirche in Österreich und der orthodoxen Kirche unter Metropolit Staikos gegeben hat, fortsetzenund noch intensivieren. Und wir pflegen mit verschiedenen Organisationen wie zum Beispiel Pro Oriente gerade diese Beziehungen besonders, um einerseits die östliche Spiritualität zu verstehen, und um andererseits vieles von dem, was sie an Tiefe und Mystik haben, auch für unser Christsein zu übernehmen, um vielleicht mehr Früchte bringen zu können aus der Tiefe der Gottbegegnung, aus der Tiefe der Liturgie und aus der offenen Zuwendung zu den Menschen.“

Am Vorabend des Andreasfestes war der Salzburger Erzbischof mit Patriarch Bartholomaios I. zu einer kurzen Unterredung im Phanar zusammengekommen. Dabei würdigte Bartholomaios I. erneut die Verdienste des am 18. Oktober verstorbenen früheren orthodoxen Metropoliten von Austria, Michael Staikos. Kothgasser dankte dem Oberhaupt der Orthodoxie, dass der Heilige Synod des Ökumenischen Patriarchats mit Bartholomaios an der Spitze für eine so rasche Neubesetzung des Bischofssitzes in Österreich gesorgt hatte. Auch Metropolit Kardamakis will seinerseits den Weg der Ökumene in Österreich fortsetzen. Gegenüber Kathpress sagte er: „In jeder Göttlichen Liturgie beten wir für eine Vereinigung der Kirche. Ich wünsche mir, dass Gott mir diese Einheit möglich macht.“

In einer so genannten „Göttlichen Liturgie“ nach dem byzantinischen Ritus ist der 38-jährige Kardamakis am Mittwoch zum neuen Metropoliten von Austria geweiht worden. Papst Benedikt XVI. hatte in seiner traditionellen Botschaft an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., zum Andreasfest unterstrichen, er sehe vor allem im Bereich der Neuevangelisierung in säkularisierten Ländern ein gemeinsames Aktionsfeld von Orthodoxen und Katholiken.

Grußwort von Kardinal Schönborn

Auch Kardinal Christoph Schönborn hatte in einem Grußwort an den neuen Bischof seine Zuversicht auf eine gute künftige Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht. Der Wiener Erzbischof wird am Sonntag, 4. Dezember, in Wien in der griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskirche an der feierlichen Inthronisation von Metropolit Arsenios teilnehmen, mit der dieser seine Diözese offiziell in Besitz nimmt.

Foto: Orthodoxe Kirche – Bildquelle: Andreas Gehrmann