Zum Geburtstag des Mitarbeiters der Wahrheit

Ein Glückwunsch von kathnews-Chefredakteur Benjamin Greschner.
Erstellt von am 16. April 2012 um 07:19 Uhr
Papst Benedikt XVI.

„Wir verkünden Euch eine große Freude; Wir haben einen Papst! Seine Eminenz den hochwürdigsten Herrn, Herrn Joseph, der Heiligen Römischen Kirche Kardinal Ratzinger, welcher sich den Namen Benedikt XVI. gegeben hat“, mit diesen ehrwürdigen Worten gab Jorge Arturo Kardinal Medina Estévez am frühen Abend des 19. April 2005 die Erwählung Joseph Kardinal Ratzingers auf den Stuhl des Heiligen Petrus bekannt. Sieben Jahre sind seither vergangen und der Papst aus Deutschland erfreut sich auch heute, an seinem 85. Geburtstag, bester Gesundheit. Blicken wir am Geburtstag des Heiligen Vaters auf die einzelnen Stationen seines bewegten Lebens und Wirkens im Dienste der Wahrheit.

Alles begann am Karsamstag, dem 16. April des Jahres 1927 in der südbayerischen Marktgemeinde Marktl am Inn. Um 04.15 Uhr erblickte Joseph Ratzinger als Sohn des Polizeibeamten Josef Ratzinger und der Köchin Maria Ratzinger das Licht der Welt und wurde bereits in der Osternacht getauft. Schon als Schuljunge bekräftigte Ratzinger seinen Wunsch „später einmal Kardinal werden zu wollen“ – dass er selbst sogar einmal auf dem Stuhl des Heiligen Petrus sitzen werde, hätte er damals wohl nicht zu denken vermocht. Im Alter von 14 Jahren wurde der junge Ratzinger zwangsweise in die „Hitlerjugend“ aufgenommen. Zu dieser Zeit besuchte er bereits das Erzbischöfliche Studienkolleg St. Michael in Traunstein. Nach kurzer Zeit in amerikanischer Gefangenschaft und der Ablegung des Abiturs begann der engagiere und strebsame junge Mann 1946  die Studien der Theologie und Philosophie an der Universität in Freising sowie am Herzoglichen Georgianum in München. 1952 empfing er die Heilige Priesterweihe durch Kardinal Michael von Faulhaber und wurde Kaplan in einer Pfarrgemeinde in München-Moosbach. Im jungen Alter von dreißig Jahren habilitierte er und wurde Professor der Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Freising. Weitere Orte seines wissenschaftlichen Wirkens waren die Hochschulen in Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg.

Ab 1962 war er zudem als Berater und Redenschreiber des Kölner Erzbischofs Joseph Kardinal Frings am Zweiten Vatikanischen Konzil tätig und fiel durch einige „moderne“ und „reformfreudige“ Ansichten auf. Im Laufe der Zeit verabschiedete sich der junge Professor jedoch von diesen Meinungen. Im Jahr 1977 berief ihn Papst Paul VI. zum Erzbischof der Diözese München und Freising. In diesem Amt folgte er dem im Vorjahr verstorbenen Kardinal Döpfner. Sein Wahlspruch für sein bischöfliches Wirken lautete „Cooperatores veritatis“ – „Mitarbeiter der Wahrheit“. Wenig später wurde er zum Kardinal der heiligen römischen Kirche kreiert und 1981 zum Präfekten der „Kongregation für die Glaubenslehre“ ernannt. Diese Kongregation wurde 1542 als „Kongregation der römischen und allgemeinen Inquisition“ näher bekannt als „Heilige Inquisition“ errichtet. Bereits 1908 änderte der hl. Papst Pius X. den Namen der Kongregation in „Heilige Kongregation des Heiligen Offiziums“ – wobei Papst Paul VI. eine erneute Namensänderung im Jahre 1965 durchführte.

In diesem Amt erlangte Kardinal Ratzinger weltweite Bekanntheit durch sein entschiedenes Durchgreifen und Handeln. Durch sein Wirken als Präfekt der genannten Kongregation hat er sich auch den – mehr oder weniger schmeichelhaften – Spitznamen „Panzerkardinal“ eingehandelt.

2002 wählten ihn die Kardinäle zu ihrem Dekan, womit auch die Ernennung zum Kardinalbischof von Ostia verbunden war. Schon einige Monate vor seiner Erwählung zum 265. Nachfolger des Heiligen Petrus wurde Ratzinger als möglicher Pontifex gehandelt. Man bezeichnete den bayerischen Kardinal oftmals als „Papabile“, also einen Mann mit großen Chancen auf das Papstamt. Die Kirchengeschichte zeigt jedoch, dass „Papabili“ nur in den seltensten Fällen wirklich Papst wurden. In seinem Amt als Dekan des Kardinalskollegiums zelebrierte Kardinal Ratzinger am 8. April 2005 das Requiem und die Beisetzung des verstorbenen Papstes Johannes Pauls II. im Vatikan. Am Abend des 19. April 2005 wurde er im vierten Wahlgang des Konklaves zum Oberhaupt der universalen Weltkirche gewählt und gab sich den Namen „Benedikt“, was „der Gesegnete“ bedeutet.

Ja, ein Segen ist er seither für die heilige Kirche Gottes. Seit nunmehr sieben Jahren steht mit Benedikt XVI. ein mutiger und entschlossener Hirte an der Spitze der Kirche, ein Kämpfer für den rechten Glauben, ein demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn und ein Mitarbeiter der Wahrheit. Gerade heute, an seinem Geburtstag, sind wir dazu aufgerufen, unseren Heiligen Vater in unsere Gebete einzuschließen, um für ihn und die ganze Kirche zu beten.

Herzlichen Glückwunsch, geliebter Heiliger Vater!

Foto: Benedikt XVI. – Bildquelle: dgodin, CC bei Flickr