Zeige Deutschland den Weg, Heiliger Vater!

Ein Kommentar von Kathnews-Chefredakteur Benjamin Greschner.
Erstellt von am 17. September 2011 um 14:57 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Wenn Papst Benedikt XVI. in wenigen Tagen Deutschland besucht, dann wird er von unzĂ€hligen Menschen freudig in Empfang genommen werden. Christen aus ganz Deutschland werden jubelnd die Straßen sĂ€umen, die der Heilige Vater passieren wird, junge und alte Menschen werden im gemeinsamen Gebet ausharren mit ihm, dem Oberhaupt der einen, universalen Weltkirche. Doch, wie könnte es auch anders sein, wenn ein Pontifex Deutschland besucht, das Land in dem die so genannte Reformation ihren Anfang nahm, dann regt sich auch Kritik. An sich ist daran nichts zu kritisieren, zumal wir in einer pluralistischen Gesellschaft leben, in der jeder Mensch, so garantiert es das Gesetz, seine Meinung frei und offen sagen darf. Doch was passiert, wenn das, was sich dieser Tage in Deutschland ereignet, nicht mehr eine bloße Kritik oder Meinung ist, sondern vielmehr ein geballter Hass, der sich öffentlich und medial entlĂ€dt?

Benedikt XVI. muss fĂŒr den in Deutschland vorherrschenden „Mainstream“ geradezu eine Provokation sein, anders lĂ€sst sich die Reaktion manch eines Politikers oder Journalisten nicht erklĂ€ren. Ja, der Papst muss eine Provokation sein, legt er doch immer wieder den Finger in die wahren Wunden dieser Zeit, wenn er dem Relativismus eine Absage erteilt und die Gottlosigkeit von Politik und Gesellschaft tadelt. Ja, der Papst ist eine wirkliche Provokation, wenn er MissstĂ€nde offen anspricht und nicht mĂŒde wird, die Notwendigkeit des Christentums fĂŒr Deutschland, ja fĂŒr Europa und die Welt zu betonen. Gerade in Berlin regt sich pausenlos Widerstand gegen den Heiligen Vater. Demonstrationen werden angekĂŒndigt und Parlamentarier drohen damit, der Rede des Papstes vor dem Deutschen Bundestag fern zu bleiben. Dabei scheinen sie zu vergessen, dass Benedikt XVI. eben nicht nur das Oberhaupt der grĂ¶ĂŸten Religionsgemeinschaft der Welt ist, sondern auch der SouverĂ€n eines Staates, zu dem Deutschland wiederum diplomatische Beziehungen unterhĂ€lt. Welch eine Blamage fĂŒr das Hohe Haus!

Doch was stört die Menschen konkret daran, wenn Benedikt XVI. vor dem Parlament spricht? Warum verlassen Abgeordnete dann den Plenarsaal? Warum versammeln sich Menschen auf den Straßen und PlĂ€tzen der Hauptstadt, um gegen einen Mann zu demonstrieren, dessen Botschaft die Liebe Gottes ist? Immer wieder wird die kirchliche Sexuallehre in den Mittelpunkt der Debatte um den Papstbesuch gestellt und medienwirksam als einer der „Hauptkritikpunkte“ an der katholischen Kirche prĂ€sentiert. Der Pastoralbesuch des Papstes wird somit missbraucht, um Stimmung gegen die kirchliche Lehre zu machen.

Versteht man die Forderungen der Demonstranten also richtig, so sollte sich die Kirche von ihrer traditionellen Lehrmeinung verabschieden und eine „moderne“ Lehre annehmen, was die SexualitĂ€t des Menschen und beispielsweise die Zulassung von Frauen zum priesterlichen Dienst anbelangt. Eine Lehre, die in den Augen vieler Politiker, Intelektueller und auch so manch eines modern-eingestellten Christen „der Zeit entspricht“.  Die traditionelle Lehre der Kirche hingegen wird als veraltet und „nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸâ€œ empfunden und von denjenigen belĂ€chelt, deren Meinung stets die Meinung der Masse ist, die Meinung des „Mainstreams“. In diesem Zusammenhang kommt einem unweigerlich das Zitat des französischen Herzogs François de la Rochefoucauld (1613-1680) in den Sinn: „Manche Menschen gelten nur deshalb etwas in dieser Welt, weil ihre Fehler die Fehler der Gesellschaft sind.“

Es ist daher umso wichtiger, dass wir als glĂ€ubige Christen dem Pontifex genau zuhören, wenn er in der kommenden Woche seine deutsche Heimat besucht. Er, der Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, besucht Deutschland, weil ihm etwas an seiner deutschen Heimat liegt, weil er weiß, dass sich gerade die jungen Christen in Deutschland nach verbindlichen Werten und klaren Positionen sehnen. Es sind Werte und Haltungen, die diese jungen Menschen in den Familien oftmals nicht mehr vermittelt bekamen, die sie schmerzlich vermissen mussten. Der Papstbesuch wird somit zur Chance, den Weg zur Wahrheit zu finden, den Weg zu Jesus Christus. Gerade deshalb ist es fĂŒr unser Land so wichtig, dass Benedikt XVI. uns schon in wenigen Tagen besuchen wird, um uns diesen Weg zu zeigen.

Foto: Benedikt XVI. – Bildquelle: dgodin, CC – Flickr

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