Patriarch mahnt zu mehr grünem Gewissen

Bartholomaios I. fordert verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung.
Erstellt von Radio Vatikan am 2. September 2012 um 09:25 Uhr

Konstantinopel (kathnews/RV). Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat neuerlich zu mehr Verantwortung im Umgang mit der Schöpfung gemahnt. Bartholomaios, der als „der grüne Patriarch“ gilt, rief in einer Enzyklika dazu auf, den „exzessiven Verbrauch der natürlichen Ressourcen und die daraus folgende Zerstörung des Gleichgewichts der Umwelt“ zu vermeiden. Das Lehrschreiben erschien zum Beginn des orthodoxen Kirchenjahrs am 1. September, an dem seit 1989 auch der Start der alljährlichen Schöpfungszeit gefeiert wird. Bartholomaios schrieb, er wünsche sich, dass „Gott die Mentalität der Mächtigen ändern möge und sie erleuchtet, damit sie nicht aus Gründen des kurzfristigen wirtschaftlichen Profits das Ökosystem zerstören“.

Der Aufruf zur Umkehr und zur Buße gelte aber nicht nur den Mächtigen, sondern allen Menschen, weil praktisch jeder zumindest „kleine ökologische Schäden“ verursache. In seiner Enzyklika unterstreicht der Ökumenische Patriarch, dass die fortschreitende Umweltzerstörung nicht nur ihn selbst, sondern zahlreiche Wissenschaftler, religiöse und politische Führungspersönlichkeiten, und überhaupt viele Menschen zutiefst beunruhige. An Symptomen der Zerstörung nannte er die Erwärmung der Erdatmosphäre, die extremen Witterungsbedingungen, die Umweltverschmutzung zu Wasser und zu Land und die Vernichtung der Lebensvoraussetzungen in bestimmten Gebieten.

Bartholomaios I. hatte im Juni im Dreifaltigkeitskloster auf der Insel Halki im Marmara-Meer – dem Sitz der noch immer geschlossenen Theologischen Hochschule des Ökumenischen Patriarchats – ein internationales Symposion über „Globale Verantwortung und Nachhaltigkeit“ abgehalten. Daran hatten Naturwissenschaftler, Theologen und Publizisten aus aller Welt teilgenommen. Das Treffen auf Halki bildete gleichsam den Abschluss der acht Umwelt-Symposien, die der Patriarch zwischen 1995 und 2009 veranstaltet hatte. Zumeist handelte es sich dabei um „schwimmende Symposien“, u.a. im Schwarzen Meer, in der Adria, auf der Donau, auf dem Amazonas und auf dem Mississippi.

Foto: Orthodoxe Kirche – Bildquelle: Andreas Gehrmann