Papst errichtet Akademie zur Förderung der lateinischen Sprache

Motu Proprio "Lingua Latina" am Gedenktag Papst Leos des Großen promulgiert.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 10. November 2012 um 16:09 Uhr
Papst Benedikt XVI.
Vatikan (kathnews). Im 50. Jahr der Apostolischen Konstitution Veterum Sapientia (1962) des Seligen Papstes Johannes XXIII. hat Papst Benedikt XVI. ein Motu Proprio (Litterae Apostolicae motu proprio datae) mit Datum vom 10. November 2012, dem Gedenktag des heiligen Papstes Leo I., der seine lehramtlichen wie theologischen Schriften in einem exzellenten und brillanten Latein geschrieben hat, erlassen. Mit dem Motu Propio, das den Titel „Lingua Latina“ trägt, errichtet Benedikt XVI. eine Akademie zur Förderung der lateinischen Sprache.

Mangelnde Kenntnis der lateinischen Sprache bei Priestern

Benedikt XVI. schreibt, dass in der zeitgenössischen Kultur in einem Kontext der allgemeinen Schwächung der humanistischen Studien die Gefahr einer immer oberflächlicheren Kenntnis der lateinischen Sprache gegeben sei, was auch im Bereich der philosophischen und theologischen Studien der künftigen Priester festgestellt werden könne.

Förderung der lateinischen Sprache und deren kompetenten Gebrauch

Das Zweite Vatikanische Konzil (Optatam totius, Nr. 13) schreibt die Kenntnis der lateinischen Sprache vor. Latein sei für das Studium der Quellen, aus denen zahlreiche kirchliche Disziplinen schöpften (Theologie, Liturgie, Patristik, Kirchenrecht), mehr denn je notwendig, betont der Papst in einem Begleitbrief zum Motu Proprio. Zudem seien in dieser Sprache die wichtigsten Dokumente des päpstlichen Lehramtes abgefasst. „Andererseits“, so bemerkt der Papst, „ist gerade in unserer Welt, in der Wissenschaft und Technologie einen großen Raum einnehmen, ein erneuertes Interesse für die Kultur der lateinischen Sprache festzustellen, dies nicht nur auf jenen Kontinenten, die ihre kulturellen Wurzeln im griechisch-römischen Erbe haben“. Das Interesse an Latein betreffe nicht nur akademische und institutionelle Bereiche, sondern auch junge Menschen und die Gelehrten aus sehr unterschiedlichen Traditionen. Darum wünscht der Papst eine Förderung der lateinischen Sprache und deren kompetenten Gebrauch in der Kirche und in der Welt der Kultur. Dafür seien angemessene didaktische Methoden anzuwenden und Netzwerke von Beziehungen unter akademischen Einrichtungen und unter Gelehren zu fördern, „um das reiche und vielfältige Erbe der lateinischen Kultur in ihrem Wert hervortreten zu lassen“.

Papst Benedikt XVI. in der Kontinuität mit seinen Vorgängern

In Kontinuität mit seinen Vorgängern stellt sich Papst Benedikt in die Reihe der Förderer der lateinischen Sprache. Darum richtet er mit dem Motu Proprio im Rahmen des Päpstlichen Rates für die Kultur diese neue Akademie ein mit einem Präsidenten an der Spitze, assistiert von einem Sekretär, einem wissenschaftlichen Rat sowie von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die von Papst Paul VI. gegründete Stiftung „Latinitas“ wird mit dem Motu Proprio aufgehoben.Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: Fabio Pozzebom/ABr