Papst Benedikt XVI. kündigt „Jahr des Glaubens“ an

Glaubensjahr anlässlich des 50. Jahrestages der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Erstellt von Radio Vatikan am 16. Oktober 2011 um 23:02 Uhr
Papst Benedikt

Vatikan (kathnews/RV). Zur Stärkung des Glaubens in den Ländern des Westens hat der Papst an diesem Sonntag ein „Jahr des Glaubens“ angekündigt. Benedikt XVI. beging im Petersdom eine Messe mit katholischen Kirchenvertretern aus aller Welt, die sich um eine Erneuerung des Glaubens bemühen – und zwar in Ländern, in denen das Christentum zwar Tradition hat, aber an Kraft verliert. Der Gottesdienst bildete den Abschluss einer internationalen Konferenz zum Thema im Vatikan, auf der sich Kurienvertreter sowie Mitglieder von über 30 nationalen Bischofskonferenzen und 115 Orden und christlichen Gemeinschaften über ihre Erfahrungen mit der Neuevangelisierung ausgetauscht hatten.

„Um der Verkündigung der ganzen Kirche einen erneuerten Impuls zu geben, dass sie die Menschen aus der Wüste, in der sie sich im Augenblick befinden, herauszuführt zum Ort des Lebens, der Freundschaft mit Christus, der uns das Leben in Fülle gibt, möchte ich in dieser eucharistischen Feier Folgendes bekannt geben: Ich habe entschieden, ein „Jahr des Glaubens“ zu verkünden, das ich in einem apostolischen Schreiben genauer erklären werde. Es wird am 11. Oktober 2012 beginnen, am 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, und es wird am 24. November 2013, dem Christkönigsfest, enden. Es wird eine Zeit der Gnade und einer immer engeren Verbindung mit Gott sein, um unseren Glauben an ihn zu stärken und ihn mit Freude den Menschen unserer Zeit zu verkünden.“

Nach dem Paulusjahr im Jahr 2008/09 und dem Priesterjahr 2009/10 will Benedikt XVI. also mit einem Jahr des Glaubens die Mission der Kirche unterstützen. Denn die Sendung der Kirche bedeute ja „vor allem, von Gott zu sprechen, an seine Hoheit zu erinnern“, führte der Papst aus. Und sie bedeute auch, stets an die Wahrheit zu erinnern, so Benedikt XVI. mit Blick auf die bewegte Geschichte des 20. Jahrhunderts. Nach der „unheilvollen Zeit der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts“ bräuchten die Menschen heute „einen umfassenden Blick auf die Welt und die Zeit“. Der Papst: „Einen wirklich freien Blick, einen friedlichen Blick, einen Blick, den das zweite Vatikanische Konzil in seinen Dokumenten überliefert hat, und den meine Vorgänger, der Diener Gottes Paul VI. und der selige Johannes Paul II. in ihrer Lehre gezeigt haben.“

Weiter unterstrich Benedikt XVI. in seiner Predigt die Bedeutung der kirchlichen Gemeinschaft für die Weitergabe und Stärkung des Glaubens: Alleine könne man nicht evangelisieren, erinnerte der Papst, der aus einem Brief des „größten Evangelisators aller Zeiten“ – des Apostels Paulus – zitierte. Für Paulus „moderne Nachfolger“ heißt das also in den Worten des Papstes: „Die neuen Evangelisatoren sind gerufen, vor allem diesen Weg zu gehen, der Christus ist, um dem Nächsten die Schönheit der frohen Botschaft zu zeigen, die Leben gibt. Und auf diesem Weg geht man nicht alleine, sondern in Gemeinschaft: Eine Erfahrung der Gemeinschaft und der Brüderlichkeit, die sich ereignet, wenn wir uns begegnen, um unsere Erfahrungen Christi und seiner Kirche zu teilen.“

Vor der Papstpredigt erbat der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, vom Papst ermutigende Worte für die im Petersdom versammelten Geistlichen und deren Mission. Papst Benedikt XVI. war bereits am Samstagabend kurz mit den Konferenzteilnehmern in der Audienzhalle zusammengetroffen und hatte dort an Wesen und Aufgabe des Neuevangelisierungsrates erinnert. Erzbischof Fisichella hatte bei dieser Gelegenheit darauf verwiesen, dass Neuevangelisierung nicht erst mit Einrichtung einer neuen Vatikanbehörde stattfinde, sondern bereits Realität sei – dank des Einsatzes tausender Gläubiger und Kirchenvertreter, die auf der ganzen Welt das Evangelium aktiv und neu verkünden.

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: Eric Draper, White House