Papst: „Afrika soll sich gegen Hexerei einsetzen“

Heiliger Vater empfängt afrikanische Bischöfe zum Ad Limina-Besuch.
Erstellt von Radio Vatikan am 30. Oktober 2011 um 03:41 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Vatikan (kathnews/RV). Kirche, Gesellschaft und Politik sollen in Afrika gemeinsam gegen das Phänomen der Hexerei vorgehen. Das sagte der Papst an diesem Samstagmittag den Bischöfen Angolas und Sao Tome bei einem Treffen im Vatikan. Die afrikanischen Bischöfe nahmen an ihrem Ad Limina-Besuch teil. Besonders Kinder und ältere Menschen seien Opfer von „Opferritualen“. Dies sei nicht hinnehmbar, so der Papst.

„Das Herz der Getauften in Afrika ist manchmal zwischen Christentum und den traditionellen afrikanischen Religionen gespalten. Oft ist es dann so, dass bei existenziellen Problemen Menschen auf eine unchristliche Praxis zurückgreifen. Resultate solcher Handlungen sind dann die Vertreibung oder gar Tötung von Kindern und älteren Menschen, die der Hexerei bezichtigt werden.“ Das Leben sei und bleibe immer unantastbar, fügte der Papst an. Er bedankte sich bei den angolanischen Bischöfen für deren Einsatz für Opfer der Hexerei-Bezichtigung. Benedikt XVI. fügte hinzu, dass der Tribalismus in vielen afrikanischen Regionen zur Verfälschung des christlichen Familienverständnisses geführt habe.

„Die ethnische Zugehörigkeit ist noch ein Überbleibsel, das sich in den Gemeinschaften bemerkbar macht, die sich verschließen und Menschen von anderen Ethnien oder Nationen nicht akzeptieren. Das Evangelium ist aber eine Botschaft, die allen offen steht und heutzutage der Motor des Fortschritts für Afrika ist.“ Benedikt erinnerte in seiner Ansprache auch an seinem baldigen Besuch in Benin. Der Papst unternimmt vom 18. bis 20. November eine Pastoralreise in den westafrikanischen Staat. Bei seinem zweiten Afrikabesuch wird er das Schlussdokument der Afrikasynode vom Oktober 2009 veröffentlichen. Zudem feiert er mit den Gläubigen den Beginn der katholischen Mission in dem westafrikanischen Land vor 150 Jahren.

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: David Bohrer, White House