Online-Beratung für suizidgefährdete Jugendliche

Caritasverband für das Erzbistum Berlin bietet Hilfe an.
Erstellt von Radio Vatikan am 10. September 2013 um 22:36 Uhr
Sonne und Wolken

Berlin (kathnews/RV). Etwa alle 56 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben, alle sechs Minuten versucht es jemand. Auf dieses Thema will der Welt-Suizid-Präventionstag am 10. September aufmerksam machen, denn: in Deutschland sterben mehr Menschen durch Suizid als durch illegale Drogen, Aids und Verkehrsunfälle zusammen. Und bei Unter-25-Jährigen geht man von einer noch weitaus größeren Suizidversuchsrate aus. Da klassische Beratungsangebote von jungen Erwachsenen und Jugendlichen zu selten in Anspruch genommen werden, geht die Caritas jetzt neue Wege: Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin bietet ab dem 18. September im Internet Hilfe für junge Menschen mit Suizidgefährdung und in Krisen. Bei dem Modellprojekt werden Jugendliche von Gleichaltrigen beraten. Vorbild für Berlin ist Freiburg, wo der „Arbeitskreis Leben“ diese spezielle Beratung bereits seit mehr als zehn Jahren erfolgreich anbietet.

Die Leiterin von „U25“ in Freiburg, Solveig Rebholz erklärt das Angebot: „Es funktioniert vor allem über das Internet, per Online-Beratung, weil wir gemerkt haben, dass Jugendliche und junge Erwachsene eher nicht in Beratungsstellen kommen. Entweder, weil sie das nicht kennen, oder weil sie Angst haben. Deshalb dachten wir, wir müssen auf diese Menschen zugehen, denn Jugendliche und junge Erwachsene sind die Gruppe mit der höchsten Suizidversuchsrate.“ So entstand das Internetportal u25-freiburg.de. Deutschlandweit finden Betroffene dort Informationen zum Thema Suizid. In Notfällen hilft eine kostenlose und anonyme Emailberatung: „Wir bieten erst einmal eine zeitlich unbegrenzte Beratung oder auch Begleitung an, das bedeutet, dass Jugendliche, die selbst unter 25 Jahre alt sind und von uns ausgebildet wurden, mit unseren Klienten, wie wir sie nennen, in Mailkontakt treten. Sie tauschen sich einfach mit ihnen aus. Das heißt, sie schreiben mindestens einmal pro Woche eine Mail und sprechen über die Probleme. Sie sind einfach da, hören zu und haben ein offenes Ohr.“ Ab dem 18. September gibt es dieses Angebot dann auch aus Berlin: im Internet auf u25-berlin.de.

Foto: Sonne und Wolken – Bildquelle: Andreas Gehrmann