Lumen gentium. Artikel 4

Der Heilige Geist und die Kirche.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 14. Februar 2014 um 21:40 Uhr
Vaticanum II, Konzilsväter

Einführung von Gero P. Weishaupt: Im 4. Artikel der Kirchenkonstitution Lumen gentium gehen die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzil auf Bedeutung und Rolle des Heiligen Geistes für die Kirche ein. Die Tätigkeiten des Heiligen Geistes sind Heiligung, Leben, Auferweckung vom Tod der Seele und des Leibes, Hinführung zum Vater. „Der Geist wohnt in der Kirche und in den Herzen der Gläubigen wie in einem Tempel.“ Er betet, lehrt und stärkt in der Kirche. Er lenkt die Kirche „durch die verschiedenen hierarchischen und charismatischen Gaben“ (diversis donis hierarchicis et charismaticis instruit ac dirigit). Sowohl die Charismen (Gnadengaben) als auch die Hierarchie, durch die Christus die  Kirche leitet, haben, so die Konzilsväter, ihren Ursprung im heiligen Geist. Darum können Amt und Charisma nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beide ergänzen sich und dienen dem Aufbau der Kirche.

Lumen gentium. Artikel 4

Als das Werk vollendet war, das der Vater dem Sohn auf Erden zu tun aufgetragen hatte (vgl. Joh 17,4), wurde am Pfingsttag der Heilige Geist gesandt, auf daĂź er die Kirche immerfort heilige und die Gläubigen so durch Christus in einem Geiste Zugang hätten zum Vater (vgl. Eph 2,18). Er ist der Geist des Lebens, die Quelle des Wassers, das zu ewigem Leben aufsprudelt (vgl. Joh 4,14; 7,38-39); durch ihn macht der Vater die in der SĂĽnde erstorbenen Menschen lebendig, um endlich ihre sterblichen Leiber in Christus aufzuerwecken (vgl. Röm 8,10-11). Der Geist wohnt in der Kirche und in den Herzen der Gläubigen wie in einem Tempel (vgl. 1 Kor 3,16; 6,19), in ihnen betet er und bezeugt ihre Annahme an Sohnes Statt (vgl. Gal 4,6; Röm 8,15-16.26). Er fĂĽhrt die Kirche in alle Wahrheit ein (vgl. Joh 16,13), eint sie in Gemeinschaft und Dienstleistung, bereitet und lenkt sie durch die verschiedenen hierarchischen und charismatischen Gaben und schmĂĽckt sie mit seinen FrĂĽchten (vgl. Eph 4,11-12; 1 Kor 12,4; Gal 5,22). Durch die Kraft des Evangeliums läßt er die Kirche allezeit sich verjĂĽngen, erneut sie immerfort und geleitet sie zur vollkommenen Vereinigung mit ihrem Bräutigam (3). Denn der Geist und die Braut sagen zum Herrn Jesus: „Komm“ (vgl. Offb 22,17). So erscheint die ganze Kirche als „das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk“ (4).

Foto: Vaticanum II, Konzilsväter – Bildquelle: Lothar Wolleh / Wikipedia

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