Kirche erinnert an Anfänge der Liturgiereform

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller referiert an Universität Würzburg.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 2. Dezember 2013 um 20:20 Uhr
Priester mit Kelch

Bonn (kathnews/KNA). Mit einer Reihe von Veranstaltungen erinnert die katholische Kirche an das vor 50 Jahren veröffentlichte Liturgiedokument „Sacrosanctum Concilium“. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hatte damit eine weitreichende Reform des Verständnisses und der Zeremonien des Gottesdienstes angestoßen. Der Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, blickt am Mittwoch bei einem Vortrag an der Universität Würzburg auf die liturgischen Erneuerungen zurück und will künftige Herausforderungen skizzieren. An der Universität Freiburg diskutieren internationale Experten über ökumenische und kirchenmusikalische Perspektiven. Auch an der Katholischen Akademie Bayern gibt es am Jahrestag Vorträge über die Wirkungsgeschichte des Dokuments, das am 4. Dezember 1963 von den katholischen Bischöfen aus aller Welt beschlossen und veröffentlicht wurde.

Wichtige Elemente der Neuerungen waren die weitgehende Ablösung des Lateinischen durch die jeweilige Landessprache im Gottesdienst und die aktivere Einbindung von Nicht-Klerikern, beispielsweise als Lektoren und Kommunionhelfer. Bis dahin wurden katholische Gottesdienste meist in lateinischer Sprache gefeiert. Der Altar rückte stärker in die Mitte der Kirche. Vor wenigen Tagen würdigte Papst Franziskus die vor 50 Jahren angestoßene Liturgiereform: Vielen Menschen sei die Botschaft des Konzils vor allem durch die Neuerungen im Gottesdienst vermittelt worden. Gerade diese Änderungen lehnt die traditionalistische Piusbruderschaft ab und es kam zum Bruch mit Rom. Der Begriff Liturgie stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt öffentlicher Dienst. Gemeint ist damit im theologischen Sinne, nach welchen Regeln Gottesdienste ablaufen. Im derzeitigen Dialogprozess der katholischen Kirche in Deutschland spielt das Thema Liturgie eine zentrale Rolle, etwa beim jüngsten Treffen in Stuttgart. Dass sich Liturgie weiterentwickelt, zeigt auch das zum ersten Advent vorgestellte, neue katholische Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“.

Quelle: © KNA. Alle Rechte vorbehalten

Foto: Kelch – Bildquelle: Patnac, Creative Commons

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung