Keine Macht – und doch von Einfluss

Papst Benedikt XVI. empfängt neuen Botschafter der Niederlande.
Erstellt von Radio Vatikan am 22. Oktober 2011 um 14:31 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Vatikan (kathnews/RV). „Der Heilige Stuhl ist keine wirtschaftliche oder militärische Macht.“ Das sagte Papst Benedikt an diesem Freitag bei einer Audienz für den neuen Botschafter der Niederlande. Doch die „moralische Stimme“ des Vatikans habe „beträchtlichen Einfluss in der Welt“, so der Papst weiter. Und wörtlich: „Einer der Gründe dafür ist gerade eben, dass der Heilige Stuhl nicht auf politische oder wirtschaftliche Interessen eines Nationalstaats oder auf die Wählerwünsche einer politischen Partei Rücksicht nehmen muss.“ Der Heilige Stuhl spreche auf internationaler Ebene „nicht von konfessioneller oder pragmatischer Warte“ aus. Stattdessen orientiere er sich an „Vernunft und Natur als Quellen von Normen“.

Die „universell anwendbaren Prinzipien“, die sich daraus ergäben, seien „so real wie die physischen Elemente der Umwelt“. Der Papst äußerte sich in seiner Ansprache auch zu Maßnahmen der niederländischen Regierung gegen Drogenmißbrauch und Prostitution. Die Niederlande hätten ja „lange die Freiheit der Individuen betont, selbst zu entscheiden“, so Benedikt. „Doch diese Entscheidungen sollten von staatlicher Seite entmutigt werden, wenn sie dadurch sich selbst oder anderen Schaden zufügen.“ Das sei im Interesse des Gemeinwohls und der Gesellschaft als ganzer.

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: Martin Lohmann