Ich tue alles, wie es mir gefällt!

Ein Gastkommentar von Jugendredakteur Joachim Fuhr.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 19. Juli 2013 um 14:50 Uhr

Man könnte meinen der freie Wille ist das Schönste, was mir Gott je geschenkt hat. Jeden Moment kann ich über mein Leben bestimmen – tun und lassen was ich will oder mit dem Auto im Sonnenuntergang meiner Freiheit entgegenfahren. Es gibt wirklich die tollsten und besten Vorstellungen von dem was Freiheit eigentlich ist und was es bedeutet dieses Genschenk von Gott erhalten zu haben. Doch was ist denn jetzt eigentlich diese Freiheit, was ist mein freier Wille? „Freiheit ist die von Gott geschenkte Kraft, ganz aus sich selbst handeln zu können; wer frei ist, handelt nicht mehr fremdbestimmt“ (Youcat 286). Unser Gott ist ein guter Gott und er will, dass wir in den Himmel kommen. Er hat uns Freiheit geschenkt, damit wir uns ganz für ihn, für das Gute entscheiden können. Dafür ist die Freiheit da, das ist, wofür sie zu gebrauchen ist. Freiheit bedeutet nicht, dass ich tun und lassen kann was ich will; Freiheit bedeutet nicht, jetzt nicht zur Arbeit oder zur Schule zu gehen und stattdessen daheim zu bleiben. Das ist nicht Freiheit. Eine andere Weise die Freiheit auszudrücken ist zu sagen: Je mehr ich von Gott abhängig bin, desto freier werde ich. Hier liegt auch dieses Paradoxon – dieser Scheinwiederspruch – der Freiheit. Abhängigkeit und Freiheit scheinen sich auszuschließen, aber dies ist nicht so. Diese These äußert sich vor allem z.B. durch Personen wie François Xavier Nguyên Van Thuân, der neun Jahre seines Lebens in Einzelhaft verbrachte, aber trotzdem in seinem Herzen frei war. Noch viele andere Beispiele gibt es.

Doch wieso kann ich mich nicht für das Böse entscheiden? Dazu ein Beispiel: wer würde ein iPhone als Rührstab zum Kochen verwenden, wer würde mit einem Tischtennisschläger ein Marmeladenbrot schmieren, wer würde Erdöl zum Kochen verwenden? Sicherlich niemand. Dies ist auch nicht Sinn und Zweck des jeweiligen Gegenstandes. So ist auch wie schon gesagt die Freiheit da, sich für Gott zu entscheiden. Dies ist der Sinn und Zweck, dafür hat Gott uns die Freiheit geschenkt: Er wollte keine Roboter haben, die alles tun auf was man sie einprogrammiert hat, er wollte Menschen haben, die sich mit ihrem Herzen, freiwillig, für ihn entscheiden. Klar ist es immer noch möglich sich für das Böse zu entscheiden, aber es wäre so wie wenn man ein iPhone zum kochen verwendet – uneffektiv! Gott ist Wahrheit, wie es schon in Johannes 14,6 steht: „[…] Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben[…]“. Wer will sich nicht für die Wahrheit entscheiden, wer will sich nicht für einen gütigen und treuen Gott entscheiden, der eingehalten hat, was er versprochen hat, der für dich und mich am Kreuz gestorben ist. Doch sich für Gott zu entscheiden, bedeutet ihm nachzufolgen. Es bedeutet, dass es nicht immer einfach sein wird, sich für Gott zu entscheiden, dass es schwer werden wird. Doch im Vertrauen auf Gott, können wir ihm nachfolgen. Im Vertrauen werden wir erkennen, was Gott für uns in jeder Situation vorhat. Wir müssen uns immer wieder von neuem für ihn entscheiden. Wenn wir immer mit ihm verbunden sind, im Gebet, dann haben wir die Kraft dies auch zu tun. Und mit jedem Mal dass wir uns für Gott entscheiden, kommen wir ihm, dem Himmel ein Stückchen näher und irgendwann, sind wir beim ihm angelangt.

Foto: Kölner Dom – Bildquelle: Andreas Gehrmann