Frühchristliche Stätte in China entdeckt

Forscher gehen von Überresten der Nestorianischen Kirche aus.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 18. Januar 2014 um 11:18 Uhr
Kreuzigung Christi

Bangkok (kathnews/KNA). In China ist die möglicherweise älteste christliche Stätte des Landes entdeckt worden. Es handelt sich um eine Felsnische mit darüber eingraviertem Kreuz, die sich bei den Longmen-Grotten nahe der ostchinesischen Stadt Luoyang befindet, wie der asiatische katholische Pressedienst Ucanews (Freitag) meldete. Nach Einschätzung von Forschern diente die Nische als Aufbewahrungsort für Asche und Gebeine von Christen der sogenannten Nestorianischen Kirche. Die Stätte datiert dem Bericht zufolge in die Zeit zwischen 316 und 907 nach Christus. Sie könnte aber älter sein als die Nestorianische Stele von Xi’an aus dem Jahr 781, die in einer Inschrift die Tätigkeit christlicher Missionare dokumentiert und als bislang frühestes archäologisches Zeugnis des Christentums in China gilt.

Entdeckt wurde die Nische bereits 2009 von einem Wissenschaftler des Longmen-Forschungsinstituts. Die Untersuchungsergebnisse wurden jedoch erst jetzt bekanntgegeben. Ähnliche mit Buddha-Statuen geschmückte Grotten und Nischen in dem Klippenstück am Ufer des Flusses Yi seien als Begräbnisstätten verwendet worden. Man gehe deshalb davon aus, dass auch die Nische mit dem Kreuz einem solchen Zweck diente, zitierte Ucanews den Entdecker Jiao Jianhui. Die Nestorianische Kirche hatte sich im 5. Jahrhundert im Streit um die göttliche und menschliche Natur Jesu Christi als eigenständige Richtung gebildet. Sie missionierte im Osten und entlang der Seidenstraße. Nach einer gängigen Meinung erreichte das Christentum China erst während der Tang-Dynastie (618-907).

Quelle: © KNA. Alle Rechte vorbehalten

Foto: Kreuzigung Christi – Bildquelle: Manuel Gómez