Fragebogenaktion zur Bischofswahl in Köln gestartet

Kritiker bezeichnet Praxis der Bischofsernennung als Fehlentwicklung.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 25. Januar 2014 um 09:33 Uhr

Köln (kathnews/KNA). Die Kölner Kircheninitiative (KKI) hat ihr Engagement für eine Laien-Beteiligung bei der Bischofswahl ausgeweitet. Sie ruft Katholiken auf, in einem Fragebogen Angaben zum Profil eines
Nachfolgers von Kardinal Joachim Meisner als Kölner Erzbischof zu machen und mögliche Kandidaten zu nennen. Das Ergebnis soll nach Annahme des Rücktritts von Meisner veröffentlicht werden, wie die Initiatoren bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstagabend in Köln ankündigten. Die von Geistlichen im Dezember gegründete Initiative fordert in einem Offenen Brief an Papst und Domkapitel, die Katholiken im Erzbistum an der Wahl eines Nachfolgers von Meisner zu beteiligen. Das Domkapitel solle Rom nur solche Kandidaten vorschlagen, die zuvor von den Gläubigen gewählt worden seien. Der Vorschlag wird nach Angaben der Initiatoren, Kleriker der Erzdiözese und Theologieprofessoren, inzwischen von rund 1.200 Menschen unterstützt. Die Annahme des Rücktrittsgesuchs von Meisner, der an Weihnachten 80 Jahre alt wurde, wird im Februar erwartet.

Ziel der Fragebogen-Aktion ist es nach den Angaben, die Bischofswahl auf eine breitere Basis zu stellen und die Akzeptanz für den Kandidaten zu erhöhen. Diesem Anliegen diene auch eine zusätzliche Forderung. Danach soll das auf 16 Mitglieder angelegte Domkapitel um weitere 16 Personen erweitert werden. Je eine Person sollen die Priester, Diakone, Gemeinde-und Pastoralreferenten vertreten und zwölf weitere die Katholiken aus den Gemeinden. Das für Köln maßgebliche Preußenkonkordat von 1929 sieht für eine Bischofswahl mehrere Stufen vor. Das Domkapitel, die Bischöfe der Diözesen auf dem Gebiet des ehemaligen Preußen und der Nuntius machen jeweils Vorschläge. Diese erhält die Bischofskongregation in Rom. Das Gremium stellt aus allen Namen für den Papst eine Dreierliste zusammen. Dieser kann die Namen akzeptieren oder ersetzen. Hat der Papst seine Dreierliste festgelegt, gelangt diese über den Nuntius an das Domkapitel. Dieses wählt aus den drei Kandidaten den neuen Bischof. Der Mitbegründer der Kircheninitiative, Diakon Hanno Weinert-Sprissler, wies den Vorwurf zurück, dass die KKI „schlechtes Benehmen“ zeige, mit ihrem Anliegen vor der Annahme von Meisners Rücktritt an die Öffentlichkeit zu gehen. Es müsse jederzeit erlaubt sein, sich zum Thema Gedanken zu machen. Der Kevelaerer Kirchenhistoriker Gerhard Hartmann nannte die Praxis der Bischofsernennung in der katholischen Kirche „eine Fehlentwicklung“. Sie beruhe weder auf biblischen Grundlagen noch auf der alten historischen Praxis.

Quelle: © KNA. Alle Rechte vorbehalten

Foto: Kölner Dom – Bildquelle: Andreas Gehrmann

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