Forderung zur Kölner Bischofswahl kam zur Unzeit

Stellungnahme des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Köln.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 21. Januar 2014 um 10:29 Uhr

Köln (kathnews/KNA). Mit Kritik und Verständnis zugleich reagiert der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln auf die Forderung, Laien ein Mitspracherecht bei der Wahl eines neuen Erzbischofs einzuräumen. „Diese Forderung ist nicht unbillig, sie erfolgte jedoch zur Unzeit“, sagte der Vorsitzende des Katholikenrats, Thomas Nickel, beim Neujahrsempfang des Gremiums am Sonntag in Köln. Der Respekt vor dem Amtsinhaber gebiete es, die Nachfolgediskussion nicht jetzt schon zu beginnen. Reformorientierte Katholiken, darunter die Vorsitzende des Katholikenausschusses der Stadt Köln, Hannelore Bartscherer, sowie eine „Kölner Kircheninitiative“ (KKI) hatten im Dezember gefordert, dass Laien bei der Wahl eines Nachfolgers für den scheidenden Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, beteiligt werden sollen.

Der inzwischen 80-Jährige rechnet nach eigenen Worten mit der Annahme seines Rücktrittsgesuchs durch Papst Franziskus spätestens im Februar. Sein Amtsantritt in Köln jährt sich am 12. Februar zum 25. Mal. Als positiv bezeichnete die Laienvertretung den Umgang mit der vom Papst angestoßenen Umfrage zum Thema Familie. Er habe sich gefreut, dass die Ergebnisse „so transparent und ungeschönt durch unser Erzbistum veröffentlicht worden“ sei, so Nickel. „Lassen Sie uns also nun gemeinsam die Ergebnisse auswerten und im Blick auf die Menschen neue Wege wagen.“ Die Umfrage des Erzbistums zu Ehe, Familie und Sexualität hatte eine tiefe Kluft zwischen kirchlicher Lehre und Leben der Katholiken offenbart. Meisner verlieh bei dem Neujahrsempfang den mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Anton-Roesen-Preis an zwei Einrichtungen.

Die Katholische Landjugendbewegung Oedekoven im Rhein-Sieg-Kreis wurde für ihr Projekt „Abenteuerspielplatz“ ausgezeichnet. Seit 26 Jahren können dort Kinder und Jugendliche in den Sommerferien Hütten aus Holz bauen. Der Verein „Mittendrin Köln-Dünnwald“ erhielt den Preis für das vor fünf Jahren initiierte Projekt „CAFE mittendrin“, das Anwohner und Vereine zum Austausch einlädt. Der Preis ist nach dem ersten Vorsitzenden des Diözesanrats, Anton Roesen (1946-1961), benannt. Am Empfang nahmen auch Nordrhein-Westfalens stellvertretende Ministerpräsidentin, Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), und Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) teil.

Quelle: © KNA. Alle Rechte vorbehalten

Foto: Dreikönigsschrein, Kölner Dom – Bildquelle: Andreas Gehrmann

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