Ex-General Kalashnikow bereut die Erfindung seines vollautomatischen Gewehrs

Erfinder schrieb Brief an Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche.
Erstellt von Felizitas KĂĽble am 27. Januar 2014 um 13:01 Uhr

Moskau (kathnews/CF/jesus.ch). Der ehemalige sowjetische General Mikhail Timofejewitsch Kalashnikov starb am 23. Dezember 2013 im Alter von 94 Jahren. Wenige Wochen vor seinem Tod schrieb er einen Brief, in dem er seine Reue darüber ausdrückt, die AK-47 erfunden zu haben. Der Brief war an das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche adressiert. Darin schreibt er: „Meine Seele schmerzt, es ist unerträglich. In mir brennt die unlösbare Frage: Wenn meine Waffe Menschen getötet hat, dann bin auch ich, Mikhail Kalashnikov, 93 Jahre alt, Bauernsohn und orthodoxer Christ, schuldig am Tod vieler Menschen.” Zudem fragt sich der Waffenerfinder in seinem Brief, warum Menschen „teuflische Züge wie Neid, Gier und Aggression in sich tragen. Alles verändert sich, nur der Mensch und sein Denken nicht. Er bleibt geldgierig, böse, herzlos und rastlos wie zu allen Zeiten″. Wie der Pressesprecher der Russisch-Orthodoxen Kirche mitteilte, habe das Oberhaupt Kyrill den Brief Kalashnikovs erhalten und ihm auch persönlich geantwortet. Bereits im Jahre 2012 bekannte der ehemalige General bei einem Deutschlandbesuch: „Ich bin stolz, dass ich etwas erfunden habe, aber untröstlich, dass meine Waffe auf der ganzen Welt so viel Unheil anrichtet. Hätte ich doch bloss etwas anderes erfunden, so etwas wie einen Rasenmäher.” Das vollautomatische Gewehr AK-47 gilt als meistproduzierte Waffe der Welt. Geschätzt wurden etwa 100 Millionen Stück davon hergestellt. Die Abkürzung AK-47 steht für „Awtomat Kalaschnikowa obrasza 1947″.

Autor: Miriam Hinrichs

Foto: Orthodoxe Kirche – Bildquelle: Andreas Gehrmann