Erzbistum will Missbrauchsakten veröffentlichen

Namen und Vorwürfe bereits auf Internetseiten publiziert.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 10. Januar 2014 um 00:18 Uhr

Chicago (kathnews/KNA). Chicagos Kardinal Francis George will Akten zu Missbrauchsfällen in seinem Erzbistum an Opferanwälte übergeben. Darin eingeschlossen seien Informationen zu Kirchenverantwortlichen, die die mutmaßlichen Täter möglicherweise geschützt hätten, berichtet die Zeitung „Chicago Sun-Times“ (Onlineausgabe Mittwoch). Die Namen sollten kurz darauf veröffentlicht werden, so der Kardinal in einem Brief, der am kommenden Wochenende in den Pfarreien bekanntgemacht werde. Dem Bericht zufolge geht es um Pädophilievorwürfe gegen 30 Priester. Die meisten Namen seien bereits auf einer Internetseite des Erzbistums zusammen mit den Vorwürfen publiziert.

Nun sollten den Anwälten am kommenden Mittwoch (15. Januar) umfangreichere Akten ausgehändigt werden. Diese enthielten „nicht nur die Dokumentation der Täter, sondern auch derer, die sie schützen wollten“, sagte Opferanwalt Jeff Anderson. Darunter seien „aktuelle Spitzenverantwortliche“. Kardinal George sagte, die geplante Veröffentlichung bringe „die Transparenz auf eine neue Ebene“. „Das wird – wir beten darum – hilfreich für einige sein, aber schmerzlich für viele.“ Zudem führte George laut dem Bericht Punkte auf, die das Erzbistum vom Vorwurf bestimmter Versäumnisse im Umgang mit dem Priester Daniel Mc Cormack entlastete. Dieser war wegen Missbrauchsfällen verurteilt worden, die sich während Georges Amtszeit ereigneten. Der Zeitung zufolge fordern Opferanwälte bereits seit sieben Jahren eine Publikation der Dokumente. Anfang Dezember hatte das Erzbistum St. Paul und Minneapolis auf gerichtliche Weisung eine detaillierte Liste von Priestern veröffentlicht, die seit 1950 des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Auch in diesem Fall hatte der Jurist Anderson auf eine Bekanntmachung der Informationen gedrungen.

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Foto: Missbrauch – Bildquelle: Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs