Eine tiefere Liebesvereinigung mit dem Herrn

Heiliger Vater bekrÀftigt Wichtigkeit des Gebets.
Erstellt von Radio Vatikan am 27. Juni 2012 um 15:57 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Vatikan (kathnews/RV). Wer „Jesus lebt“ findet Gelassenheit, Kraft und Mut auch in schweren Stunden. Das hat der Papst an diesem Mittwoch am Beispiel des heiligen Paulus verdeutlicht. Benedikt XVI. ging in seiner Katechesen-Reihe zum Gebet auf den Christushymnus aus dem Philipperbrief des heiligen Paulus ein, den dieser im GefĂ€ngnis schrieb. Paulus konnte in einer solchen Situation des Leidens Kraft schöpfen, weil er Jesus ganz in sein Leben hineingenommen hatte, fĂŒhrte der Papst aus:

„Es geht nicht nur darum, dem Beispiel Jesu zu folgen, sondern sich ganz von seiner Art zu denken und zu handeln ergreifen zu lassen. Dies geschieht, indem wir uns in Christus hineinversetzen und bedacht sind, das zu leben, was wir an ihm, an seinem Reden und Handeln, sehen. Das Gebet wird uns zu einer immer tieferen Kenntnis und Liebesvereinigung mit dem Herrn fĂŒhren, um in und durch ihn denken, handeln und lieben zu können.“

Zugleich erinnerte der Papst an die „EntĂ€ußerung“ Gottes: Jesus habe sich fĂŒr die Menschheit erniedrigt und „die ganze menschliche Wirklichkeit, in der es auch Leiden, Armut und Tod gibt“, angenommen: „Die KirchenvĂ€ter heben hervor, dass der Sohn Gottes durch seinen Gehorsam der menschlichen Natur das zurĂŒckgibt, was diese durch den Ungehorsam Adams verloren hatte. Der Sohn steigt ab bis zum Tod am Kreuz. Unser Aufstieg zu Gott geschieht im Mitgehen bei diesem Abstieg, im demĂŒtigen Dienen, ,im Abstieg der Liebe, die das Wesen Gottes ist und daher die wahrhaft reinigende Kraft, die den Menschen fĂ€hig macht, Gott wahrzunehmen und ihn zu sehen‘ (Jesus von Nazareth I, S. 126).“

Die deutschsprachigen Pilger rief der Papst zur Verinnerlichung des Christus-Hymnus auf: „Wollen wir die Gedanken des Paulus ganz konkret werden lassen, indem wir den Gekreuzigten betrachten oder in Anbetung vor dem Allerheiligsten verweilen, um so in die Liebe Gottes hineingenommen zu werden, der sich in Demut erniedrigt hat, um uns zu sich emporzuheben. Der Herr zeige euch die Schönheit dieses Gebets. Er lasse euch darin Frieden und Freude finden und segne euch alle.“

Weiter blickte der Papst auf das Hochfest der Heiligen Apostel Petrus und Paulus am kommenden Freitag, dem 29. Juni, voraus: Dies sei eine gute Gelegenheit fĂŒr alle, im Glauben zu wachsen, so der Papst.

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: David Bohrer, White House