Papst: Wahrheit kennt keine Kompromisse

Heiliger Vater fordert klares Glaubensbekenntnis in Wort und Tat.
Erstellt von Radio Vatikan am 29. August 2012 um 21:32 Uhr

Vatikan (kathnews/RV). Wer die Wahrheit liebt, geht keine Kompromisse mit den Mächtigen ein und tritt mit unbequemen Worten denjenigen entgegen, die den rechten Weg verfehlt haben – das sagte Papst Benedikt in seiner Generalaudienz an diesem Mittwoch zum Gedenktag der Enthauptung von Johannes dem Täufer. Der Papst betonte in seiner Ansprache an die zahlreichen Gläubigen, die sich auf dem Platz vor dem Apostolischen Palast von Castelgandolfo eingefunden haben, dass Johannes der Täufer, so aufrecht und stark er sich auch für die Wahrheit und Jesus Christus eingesetzt habe, sich dennoch bescheiden gegenüber Christus, dem „Lamm Gottes“, zurückgenommen habe, um ihm den Weg zu bereiten:

„Jetzt sehen wir diese groĂźartige Figur, diese Kraft in der Leidenschaft und Widerstandsfähigkeit gegenĂĽber den Mächtigen. Wir fragen uns, woher kommt dieses Leben, diese Innerlichkeit, die so stark, so gradlinig, so kohärent und so total fĂĽr Gott gegeben wurden und um die StraĂźe fĂĽr Christus zu bereiten? Die Antwort ist einfach: Sie kommt von der Beziehung zu Gott, vom Gebet, das den Leitfaden seiner gesamten Existenz darstellt.“ Die Wahrheit, so der Papst weiter, sei nun einmal die Wahrheit und lasse keine Kompromisse zu. Mitarbeiter der Wahrheit – das ist der Wahlspruch von Papst Benedikt.

„Das christliche Leben fordert, um das einmal so zu sagen, das Martyrium der täglichen Treue zum Evangelium, also den Mut, zuzulassen, dass Christus in uns wächst und dass er es sei, der unsere Gedanken und unser Handeln leite. Aber das kann in unserem Leben nur geschehen, wenn die Beziehung zu Gott solide ist. Das Gebet ist keine verlorene Zeit!“ Diesen Gedanken führte der Papst in seiner Ansprache an die Gläubigen deutscher Sprache weiter aus:

„Die Kirche feiert heute das Gedächtnis des Martyriums von Johannes dem Täufer. Er war es, der Christus als das „Lamm Gottes“ bezeichnet hat, das die Sünde der Welt hinwegnimmt (Joh 1, 29). Bis zum Vergießen seines eigenen Blutes hat er die Treue zum Herrn gehalten. Sankt Peter sagt, er wurde nicht aufgefordert, Christus zu verleugnen, aber er wurde aufgefordert, die Wahrheit zu verschweigen und das hat er nicht getan. Er ist für die Wahrheit gestorben, und so ist er für Christus gestorben. In der Zurückgezogenheit der Stille der Wüste ist er in der inneren Freundschaft zu Gott gewachsen und gereift. In dieser Zeit ist Gott selbst zu seiner Kraft, zur Mitte seines Lebens geworden. So zeigt uns Johannes der Täufer, dass die Beziehung zu Gott, die innere Beziehung zu ihm, wesentlich ist und das Beten nie verlorene Zeit ist. Im Gegenteil. Durch das Gebet befähigt uns Gott, Schwierigkeiten zu überwinden und ihn mit Mut zu bezeugen, auch in unserer Zeit. Gott segne euch alle!“

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: Andreas Gehrmann

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