Der kostbare Acker

Ein Gastkommentar von Jugendredakteur Joachim Fuhr.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 25. August 2013 um 19:55 Uhr
Betende Hände

Jeder von uns kennt doch das Gleichnis: Das Himmelreich, welches mit einem Schatz verglichen wird, den ein Mann im Acker findet (Mt 13,44). Dort heißt es: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.“ Auch wir können für uns aus diesem Gleichnis inhaltsreiche Lehren ziehen. Zunächst einmal ist dort der Acker. Der Acker, der wahrscheinlich noch nicht bepflanzt war, besteht er doch im Grunde genommen aus Erde. Erde ist in gewissem Maße wiederum „Dreck“. Also heißt dies, dass auch der Acker aus Dreck besteht. Nun stellt der Acker symbolisch die Kirche dar (Radio Horeb, Katechismus-Sendung, 20. August 2013, 16:30 Uhr, Pfr. Bernhard Hesse). Diese bedauernswerte, fast schon widerwärtige Erscheinungsform der Kirche, kann als solche verstanden werden.

Vielleicht haben wir uns die heilige Kirche aber auch als einen Palast vorgestellt, mit dem Papst, der in ihr thront und triumphiert; dass durch ihn die Polyphonischen Gesänge und Choräle eines Giovanni Pierluigi da Palestrinas oder eines Thomas Aquinatis erklingen. Auch dieses Bild existiert. Der nächste Punkt der angeführt werden muss ist doch, dass auch in der Kirche oft Missstände herrschen, denn ihre Mitglieder sind Menschen. Salopp ausgedrückt sind diese Verfehlungen „Dreck“. Der vorher angeführte Syllogismus zeigt, dass der Acker aus Dreck besteht. Wieso bin ich denn dann in der Kirche? Es stimmt, das durch die zuvor vorgetragenen Ansichten die Motivation Christ zu sein, in der Kirche Gottes zu sein, geschmolzen sind. Doch schauen wir auf das oben angeführte Wort Gottes: Was tut der Mann auf dem Acker? – Er gräbt. Auch dies kennzeichnet unsere Haltung. Wir sollen graben. Die Kirche ist nicht ein Service-Dienst, der uns verwöhnt und uns alles hinterher trägt. Es ist harte Arbeit. Doch was finden wir durch diese Arbeit? – Den Schatz. Der Schatz ist Christus, ist das Himmelreich. Durch diesen Schatz hat die Kirche ihren wert, ist sie heilig. Wir Menschen sind aus dem Ackerboden von Gott geschaffen. Wenn wir Menschen denken, wir könnten die Kirche, Christi Kirche alleine managen, dann können wir einpacken.

Nachdem der Mann weiß, was sich in dem Acker verborgen hält, ist er bereit sein Vermögen hinzugeben. Er will den Schatz erlangen und er wird es, denn er setzt sein ganzes Vermögen ein. Sicher schauen ihn die Leute verwundert an, weil er sein Vermögen auf´s Spiel setzt, um zunächst diesen scheinbaren trivialen Acker zu erwerben. So ist es auch für uns anscheinend nutzlos in dem Acker zu graben. Die Leute werden gucken und sich fragen, was du denn auf diesem Acker, also in dieser Kirche, tust. Doch wenn du gräbst, und wenn jeder einzelne von uns gräbt, dann werden wir den Schatz finden und für diesen Schatz ist es wert sein Vermögen, sein Leben, hinzugeben. Doch dieser Weg ist ein Prozess und der muss gegangen werden. Dieser Weg braucht Ausdauer. Vor allem aber vertrauen wir auf Jesus, denn er ist schon bei uns und hilft uns nachhaltig, wenn wir manchmal den Mut verlieren. Hören wir auch auf andere Menschen, die uns diesen Weg zeigen können: der Papst, unser Pfarrer oder ein anderer Priester vielleicht, mit dem wir sehr vertraut sind. Doch wie gesagt ist die Hauptsache nicht den Mut zu verlieren, denn Gott ist bei uns.

Foto: Betende Hände – Bildquelle: Wikipedia / Albrecht Dürer