60. Ansveruswallfahrt im Erzbistum Hamburg

Erzbischof Thissen lädt ein auf den Weg zum Ansveruskreuz.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 5. September 2012 um 20:50 Uhr

Ratzeburg (kathnews). Der Hamburger Erzbischof Dr. Werner Thissen lädt zur 60. Ansveruswallfahrt ein. Am 9. September machen sich die Katholiken im Norden wieder auf den Weg. Die alljährliche Wallfahrt der katholischen Kirche im Erzbistum Hamburg findet in der Nähe des Ratzeburger Sees in Schleswig-Holstein statt. Diesmal lautet das Motto: „Hat Gott nicht die Armen in der Welt auserwählt?“ (Jak. 2, 5). Der Weg führt von der katholischen Kirche St. Answer in Ratzeburg zum „Ansveruskreuz“ bei Einhaus. Das alte Radkreuz aus gotländischem Kalkstein wurde im 15. Jahrhundert errichtet.

Es erinnert an den jungen Abt Ansverus und seine Mitbrüder, die an dieser Stelle den Märtyrertod durch Steinigung starben. Ansverus wurde im Jahre 1038 in Schleswig geboren. Seine Mutter namens Agnetas war eine fromme Christin und sein Vater, der sächsische Ritter Oswald, hatte in Haithabu das Kriegsamt inne. Im Alter von 15 Jahren erlebte Ansverus einen besonderen Traum: Er sah sich als Abt, als Vorsteher eines Klosters. Eigentlich sollte er das Kriegshandwerk erlernen und das väterliche Kriegsamt übernehmen. Doch seit seinem Traum war ihm klar, dass sein Leben ganz und gar für Jesus Christus bestimmt war. Unter dem Vorwand, er wolle einen Onkel besuchen, reiste er nach Ratzeburg und trat dort in das Benediktinerkloster „St. Georg auf dem Berge“ ein.

Geprägt von seinem starken Glauben, hielt er mit extrem großer Disziplin an den Benediktinerregeln fest. Als der alte Abt verstarb, wurde Ansverus sein Nachfolger. Im Jahre 1066 überfielen Heiden das Kloster und steinigten den jungen Abt zusammen mit seinen Mitbrüdern bei Einhaus, in der Nähe des Ratzeburger Sees. Ansverus bat darum zuletzt gesteinigt zu werden, um seinen Glaubensbrüdern beim Sterben beistehen zu können. Seine letzten Worte waren: „Ich sehe den Himmel offen und Christus zur Rechten Gottes. Herr Jesus, nimm meinen Geist auf und rechne ihnen diese Sünde nicht an!“

Im Jahre 1147 wurde Ansverus, der auch „Answer von Ratzeburg“ genannt wird, durch Papst Eugen III. heiliggesprochen. Die Reliquien des jungen Abtes wurden im Jahre 1170 feierlich in den Ratzeburger Dom überführt.

Foto: Ratzeburger Dom – Bildquelle: Kathnews